Review article

Darstellung traumatheoretischer Konzepte

Zum psychoanalytischen ­Verständnis transgenerationaler Übertragungen

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2018.00626
Publication Date: 12.12.2018
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2018;169(08):232-240

Angela Moré

Institut für Soziologie, Leibniz Universität Hannover, Deutschland

Summary

Psychoanalytic understanding of transgenerational transmission

This article first describes the background that led to comprehensive knowledge and systematic exploration of transgenerational transmission, in particular in the fields of psychoanalytic practice and theory formation. At the same time as knowledge was gained from the therapeutic work ­conducted with descendants of Shoah survivors, our understanding about the transgenerational transmission of attachment patterns improved within attachment theory. This article also discusses different theoretical concepts of traumas that partially emerged from psychoanalytic work with descendants of Shoah survivors, and then focuses on the specific mechanisms and content of the trauma transmission and its consequences. Psychic processes such as scenic transmission, re-enactive transfer and projective identification will be discussed, and then specific aspects of relationships in perpetrators’ families and their transgenerational entanglements will be considered. In conclusion, the generalisability of these findings will be discussed.

Keywords: psychoanalysis; transgenerational transmissions; trauma; transmission of guilt; perpetrator families; intergenerational relationships

Die Entwicklung einer transgeneratio­nalen Perspektive

Auslöser transgenerationaler Übertragungsprozesse sind, wie die Forschungen bis in die Gegenwart zeigen, nicht verarbeitete Traumata, aber auch verleugnete Schuld sowie die ebenfalls häufig traumatisierenden Wirkungen aktiv begangener oder billigend beobachteter Grausamkeiten und Tötungen. In der Forschung existieren mehrere synonym verwendete Begriffe, ­wobei der Begriff der «transgenerationalen Weitergabe» im deutschsprachigen Raum sehr verbreitet ist, jedoch wegen seiner eindimensionalen Ausrichtung auch auf Kritik stösst (vgl. [1], S. 331). Die in der ­englischen Lite­ratur verwendete Formel «intergenerational aspects of trauma» deckt andererseits nicht die transgenera­tionale Übertragung von Schuldkonflikten ab.

Die Menschheitsgeschichte ist bekanntermassen voll von Grausamkeiten, Verbrechen und Kriegen und hat über die Jahrtausende zahlreiche Opfer und Täter ­hervorgebracht, die gerade in Kriegen oft beides in ­Personalunion waren. Aber auch traumatische Erfahrungen im engeren sozialen Kontext der Familie oder der sozialer Gemeinschaften, wie Misshandlungen, Missbrauch, Tötungsdelikte oder schwere Vernachlässigung und Deprivationen, haben ihre Spuren in den ­Betroffenen und deren Nachkommen hinterlassen. Obgleich es bis zur Entstehung einer systematischen wissenschaftlich orientierten Psychologie und den ­Anfängen der Psychoanalyse keine dafür entsprechenden Konzepte des Unbewussten, sich entwickelnder psychischer Strukturen und Dynamiken, von psychischer Reifung oder Störung gab, hatten die Menschen in verschiedenen geschichtlichen Epochen immer ­wieder die (oft bittere) Erfahrung gemacht, dass ­Menschen nach dem Erleben schrecklicher Ereignisse ­dauerhaft in ihrem Wesen verändert, verschreckt, ­verängstigt oder geistig verwirrt waren. Diese Erfah­run­gen wurden in den kulturell jeweils vertrauten ­mythologischen, religiösen, philosophischen oder auch medizinischen Deutungskontexten interpretiert. Andererseits waren Mythen, Religionen und Riten ­ihrerseits die kulturelle Form der transgenerationalen ­Weitergabe verschlüsselter Botschaften. So liegt es auch nahe, in den verschiedensten Beschneidungs­riten, Tätowierungen und Verformungen von Körperteilen nicht nur die Fortsetzung von (ästhetischen) ­Traditionen und Bräuchen kultureller Identitätsbildungen wahrzunehmen, sondern in ihnen zugleich eine kulturell ritualisierte Weitergabe von Trauma­tisierungen zu erkennen, die das Trauma in jeder ­Generation reinszeniert, im Sinne von: nur wer dieses teilt, ist Teil der Gemeinschaft.

Systematische Erkenntnisse über transgenerationale Prozesse wurden erst formuliert, als die Nachkommen von Überlebenden des Holocaust sowie auch Nachkommen der Täterinnen und Täter des Zweiten Weltkriegs sich in Psychoanalysen oder tiefenpsychologisch fundierte Therapien begaben. In den USA waren es auf Täterseite v.a. die Kinder der Vietnam-Veteranen, die mit Depressionen, unerklärlichen Schuldgefühlen oder Suizid­gedanken und anderen Problemen therapeutische Hilfe suchten. In Lateinamerika waren es die Nachkommen der in den Militärdiktaturen ­Gefolterten oder Verschleppten und Ermordeten.

In den sechziger Jahren kamen zu den Erkenntnissen über die Folgen von Traumatisierungen bei den Betroffenen und den Einsichten aus Psychotherapien mit ­deren Nachkommen zunehmend die Erkenntnisse aus der Bindungs- und Kleinkindforschung hinzu, die verdeutlichten, auf welchen Wegen sich schon in frühesten Inter­aktionen zwischen Eltern und Kindern Elemente des ­unverarbeiteten elterlichen Traumas oder von verleugneter Schuld manifestieren. So konnten vor allem die Arbeiten zur Säuglingsforschung in den USA [2, 3 u.a.] belegen, dass es bereits sehr früh zu ­einer intensiven affekt­basierten Kommunikation zwischen dem Säugling und seinen relevanten Bezugs­personen kommt, in ­welcher der Säugling sich den emotionalen Mitteilungen jener in seinen eigenen Rhythmen und Affekt­lagen anpasst und sich an diese, wenn sie von hoher Konstanz sind, adaptiert und sie habitualisiert. Dies konnte zum Beispiel bei Säuglingen und Kleinkindern häufig oder chronisch depres­siver Mütter nachgewiesen ­werden [4].

Auch in der französisch sprachigen Entwicklungs­psychologie finden sich zahlreiche Belege für einen frühen unbewussten Gefühlsaustausch zwischen dem Säugling bzw. Kleinkind und seinen ­Eltern (oder anderen bedeutsamen Bezugspersonen). Sowohl der an der Bindungstheorie wie an der Objektbeziehungstheorie orientierte Serge Lebovici als auch die aus der ­Lacan-Schule kommende Françoise Dolto erkennen die prägende Bedeutung früher Interaktionen und die emotionale Bedeutung der Sprache [5, 6]. Aktuell bringt Jean Bergeret dies wieder in Verbindung mit der Freud’schen Triebtheorie und den – auch von Gewalt durchdrungenen – Urfantasien [7].

Bereits früh einsetzende Übertragungen zwischen Eltern und Kindern vollziehen sich auf Grund der intensiven affek­tiven und körperlichen Bedürftigkeit des noch nicht sprachfähigen Kindes, welches die psychischen Zustände der Eltern unmittelbar und hautnah erlebt, ­wodurch die Selbstaspekte der Bindungspersonen in die psychische Konstitution des Kindes mehr oder ­weniger direkt eingehen. Auch hierzu erfolgten in den letzten fünf Jahrzehnten umfangreiche Forschungen, die zuletzt von der Mentalisierungstheorie aufgegriffen und weiter vertieft wurden [8–12]. Selma ­Fraiberg spricht von den «Geistern im Kinderzimmer», die selbst bei liebevollen Eltern-Kind-Beziehungen ­unerwartet einbrechen können. Auch sie erkennt ­darin ­szenische Wiederholungen von unverarbeiteten, oft traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit und ­ihrer inneren Repräsentanzen in die gegenwärtige ­Beziehung mit dem Kind [13]. In manchen Familien, so schreibt sie, scheinen die «Geister der Ahnen» von ­diesen vollständig Besitz ergriffen zu haben. Vom ­Augenblick des Eintritts in die Welt seien die Babys ­dieser Familien stille Partner in der Tragödie ihrer ­Eltern, die ihr eigenes unverdautes Schicksal ­später mit ihren Babys häufig in erschreckend übereinstimmender Weise reproduzieren müssten [ebd., S. 388].

Forschungen zeigen jedoch keine eindeutigen Ergebnisse für eine erhöhte psychische Erkrankungsrate bei Nachkommen von Holocaust-Überlebenden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Deren Kinder hatten eher sogar eine Tendenz, besonders gut zu funk­tionieren [14, S. 65]. Allerdings zeig­ten klinische Studien von ­Kellermann und van ­IJzendorn et al. eine erhöhte ­Vulnerabilität, insbe­sondere eine grössere ­Anfälligkeit für Angststörungen und psychische Erkran­kungen ­unter Stress [1, S. 337]. Für Nachkommen von Täter­familien in Deutschland sind solche bevöl­kerungs­­bezogenen Studien schwerer realisierbar, da sich ­transgenerationale Übertragungen von Schuldverstrickungen mit den Übertragungen von Kriegstraumatisierungen, Fluchterfahrungen, Vergewaltigungen etc. überschneiden und durchsetzen. Bezogen sowohl auf die Ver­folgten und ihre Nachkommen wie auf die Täter­gesellschaften erstrecken sich die Untersuchungen inzwischen bis zur dritten und vierten ­Generation [11, 15, 16]. ­Jedoch schwächt sich der Einfluss der transgenerational vermittelten Einflüsse in späteren Generationen nicht immer ab, sondern kann sich unter ­Umständen sogar dadurch verstärken, dass das ­Nichtverstandene und der hohe emotionale Druck der Schuldgefühle zu einem höheren Mass von Agieren und somit zur Reinszenierung drängen (vgl. [15], S. 371ff).

Traumata und Schuld(-gefühle) als ­Kernelemente transgenerationaler Übertragungen

Nach der Befreiung aus den Konzentrationslagern ­waren es zunächst die Überlebenden selbst, die ent­weder zum Zweck der Beantragung von Entschädi­gungen medizinische und psychiatrische Gutachten be­nötigten oder zu ihrer psychischen Stabilisierung in  Analyse gingen. Bei ihnen wurde eine Reihe von Phäno­menen erkennbar, die mit wachsender Erfahrung zu Veränderungen des psychotherapeutischen Vorgehens und der Entwicklung spezifischer Traumatherapien führten. Wilhelm Niederland stellte bei vielen der Betroffenen ein ausgeprägtes Schuldgefühl fest, das er als «Überlebensschuld» bezeichnete [17]. Hans Keilson erkannte verschiedene Phasen der Ausprägung von traumatischen Eindrücken und sprach diesbezüglich von einer «sequentiellen Traumatisierung» [18]. Masud Khan entwickelte das «Konzept des kumulativen Traumas» [19], das sich nach Auffassung von Ilse Grubrich-Simitis nicht zuletzt aus der Ein­fühlungsverweigerung auch auf Seiten von Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern ­angesichts der Extremtraumatisierung der Geretteten ergab [20]. Dies habe mit zur Delegation der Störungen an die ­Kinder geführt. Aus späteren therapeutischen Erkennt­nisprozessen – insbesondere auch durch selbst von den Folgen des Holocaust betroffenen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern, wie Anna-Maria Jokl, Judith Kestenberg und anderen, – erwuchs jedoch die Erkenntnis, dass die Delegation an die Nachkommen auch durch die the­rapeutische Einfühlungsbereitschaft und -fähigkeit nicht verhindert, allenfalls abgemildert werden kann.

Es scheint, dass angesichts von Extremtraumatisie­rungen, wie sie insbesondere im Holocaust erfolgten, ein ­ein­zelnes Menschenleben nicht ausreicht, um die ­psychischen Folgen derselben zu verarbeiten. Dabei spielt andererseits eine Rolle, dass die jüdischen Überlebenden möglichst bald eine neue eigene Familien zu gründen versuchten und in dieser Zeit der beruflichen, sozialen und familialen Neubegründungen ihrer Identitäten nicht genug Zeit gehabt hatten, das Erlittene schon selbst ein Stück weit aufzuarbeiten.

Aus den Interaktionen und Erwartungen der Über­lebenden ergaben sich spezifische Merkmale für deren Kinder. So wurden letztere häufig als Ersatz für im ­Holocaust ums Leben gekommene Angehörige ange­sehen und mit deren Namen belegt. Für die Kinder ­bedeutete dies, dass sie für deren Eltern die Funktion hatten, an diese verlorenen Familienangehörigen zu erinnern. Die nach dem Krieg Geborenen wurden zu ­einer Art «Gedenkkerzen» [21, S. 57ff]. Zudem führten die zahlreichen, kaum betrauerten Verluste und die Entwurzelung der Überlebenden dazu, dass sie ihre Kinder sehr eng an sich banden und häufig über­behüteten.

Die Kinder hatten das Gefühl, den ­Eltern wieder ein stabiles Zuhause geben und sie vor erneuten Verlusten bewahren zu müssen, was die ­Entwicklung von eigenen Wünschen und Unabhän­gigkeit sehr erschwerte [ebd., S. 33ff]. Dies ging mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Parentifizierung der Kinder einher. Andererseits kam es bei Konflikten, insbesondere in der Pubertät, schnell dazu, dass die Eltern ihre Kinder mit ihren Verfolgern gleichsetzten und auf diese Weise die eigene Identifikation mit dem Aggressor, die sie während ihrer Lagerzeit zwangsläufig vorgenommen hatten, durch diese projektive Identifikation mit den Kindern zu externalisieren versuchten. Dies hatte zur Folge, dass die Kinder Konflikte und aggressive Aus­einandersetzungen mit den Eltern so weit als ­möglich zu vermeiden versuchten, um die Eltern zu schonen und die Beziehung zu ­ihnen nicht zu belasten [22, S. 203]. Es entstand bei vielen Kindern eine übermässig protektive Haltung den Eltern gegenüber, die sich in der Trennungsschuld fortsetzte, wenn die Kinder sich ablösen und ihre eigenen Wege gehen wollten [20, S. 1008]. Denn Trennungswünsche lösten bei den ­Eltern massive Ängste und entsprechend bei ihren ­Kindern Schuldgefühle aus [23, S. 278]. Zudem erfuhren die Nachkommen jüdischer Überlebender ­einen sehr viel stärkeren emotionalen Druck seitens der Eltern, sich Partner und Partnerinnen derselben Herkunft zu wählen [ebd., S. 279]. Durch die Unter­drückung der eigenen Aggressionen und Ablösungswünsche befanden sich die Nachkommen der Über­lebenden häufig in einer «Double Bind»-Situation.

Viele dieser an Überlebenden der Shoah und ihren ­Kindern festgestellten Beziehungsmuster und Konflikte finden sich auch in Familien anderer Kulturen mit ­extremen Traumatisierungen sowie bei den Über­lebenden der stalinistischen Gulags oder der bisher nur wenig historisch aufgearbeiteten Schicksale von im Nationalsozialismus verschleppter und aus­gebeuteter Zwangsarbeiternnen und Zwangsarbeitern und ihrer Nachkommen. Das transgenerationale Erbe Natascha Wodins, der Tochter einer als Zwangsarbei­terin nach Deutschland verschleppten Ukrainerin verdichtete sich in dem ­immer wieder von der Mutter ­ausgesprochenen Satz: «Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe» ­[24].

Die systematische Grausamkeit, mit der die politische Absicht der Auslöschung der europäischen Juden ­verfolgt wurde, war jedoch einzigartig und hatte zur Folge, dass Extremtraumatisierungen und ihre Aus­wir­kungen bei den Überlebenden dieses Genozids ­besonders sichtbar wurden. Infolgedessen sind diese in den ­westlichen Industriegesellschaften durch die dortige Verbreitung der Psychoanalyse besonders ­umfassend dokumentiert. Daher können die hier ­gewonnenen ­Erkenntnisse partiell exemplarischen Charakter für andere Kulturen haben.

Paradoxerweise sind es überwiegend die Opfer von ­Gewalt und Missbrauch, die Schuldgefühle ent­wickeln, nicht aber die Täter, die – zumindest auf der ­bewussten Ebene – jegliche Schuld verneinen. Dass sich unbewusst Schuldgefühle bilden, die massiv abgewehrt werden (müssen), zeigt sich nicht zuletzt daran, dass deren Kinder oder Enkel häufig Schuldgefühle ent­wickeln, über deren Herkunft sie sich jedoch nicht im Klaren sind. Diese können dazu führen, dass die Nachkommen intensive Bedürfnisse empfinden, «etwas» wieder gut zu machen, für andere Menschen hilfreich und sozial aktiv zu sein, oder sie verfallen in Depression und neigen zu Selbstbestrafungen, zum Beispiel in Form von Ahedonismus, verbunden mit ­einem nicht begründbaren Gefühl, kein Anrecht auf ein gutes Leben zu haben. Teilweise verzichten sie auf Liebes­beziehungen und/oder eigene Kinder.

Transgenerationale Mechanismen lassen sich aber ebenso in Familien finden, die nicht von grossen ­gesellschaftlichen Katastrophen, wie der Vernichtung in der Shoah oder Kriegsverbrechen als aktiv Beteiligte oder als ­Verfolgte, betroffen sind. Auch Mord oder Missbrauch in Familien sowie Betrug, Diebstahl oder Untreue ­können, insbesondere wenn sie verschwiegen und ­verleugnet werden, Spuren im Unbewussten der nachkommenden Generationen hinterlassen. Hier werden unter Umständen sehr gemischte und diffuse unbewusste Botschaften an die Nachkommen weiter-gegeben, insbesondere, wenn die Täterinnen und/oder Täter sowie das/die Opfer aus derselben Familie stammen. Traumatisierungen und Schuldverstrickungen in familialen Konstellationen unterscheiden sich je nach Schweregrad derselben mehr oder weniger stark von Extremtraumatisierungen (zum Beispiel bei Über­lebenden der Shoah oder der Gulags) und extremer Schuld (bei Massenmördern und Kriegsverbrechern).

Unbewusste Mechanismen und Inhalte der Traumaweitergabe

Einige der bisher beschriebenen Phänomene liegen noch mehr oder weniger an der Oberfläche des Bewusstseins bzw. sind vorbewusst. Sie sind Bestandteile der interaktiven intergenerationalen Beziehungsmuster. Manchmal erfuhren zum Beispiel die Kinder von Überlebenden der Shoah sehr früh, dass sie die Namen ermor­deter Vorfahren tragen. Andere fanden dies erst sehr spät heraus – und nahmen dennoch auf subtile Weise bereits früh wahr, dass ihr eigenes Leben ein stell­vertretendes ist, sie für ihre Eltern die Funktion von «Gedenkkerzen» [21, 57ff] hatten.

Ein wesent­licher Teil unbewusst weitergegebener psychischer ­Inhalte bleibt den Nachkommen in Hinblick auf ihre Herkunft und Bedeutung unzugänglich und kann unter Umständen erst im Verlaufe einer psychoanalytischen Behandlung oder intensiver eigener Recherchen (wie bei ­Wodin [24]) aufgedeckt und bearbeitet werden. Häufig ­werden die sich schon seit Monaten oder Jahren aufdrängenden Fantasien, (Alb-)Träume, Gefühle, Rituale und Handlungen in ihrer Bedeutung verstehbar, wenn es gelingt, die bisher verschwiegenen Erlebnisse der ­Eltern zu erfahren oder zu rekonstruieren. Dann offenbaren sich die bisher im eigenen Selbst als fremdartig empfundenen Zwänge, Vermeidungen und Aktionen als unbewusst reinszenierte Situationen, die für einen Elternteil mit einem traumatischen Erleben verbunden und darum nicht verarbeitbar ­waren. Je langfristiger und massiver die Traumatisierungen erfolgten, desto stärker manifestieren sie sich im alltäglichen szenischen Erinnern in den Interaktionen zwischen dem Elternteil und dem Kind. Sind beide Eltern von Traumatisierungen betroffen, verstärken sich diese Einflüsse.

Übertragungen zeigen sich im psychoanalytischen Prozess als Reinszenierungen früherer Beziehungs­erfahrungen einschliesslich von ggf. bestehenden traumatischen Erfahungen und werden dort zugleich für den empathischen Verstehensprozess genutzt (vgl. [25]). Dieselben Mechanismen liegen ­jedoch auch der traumatisierenden Übertragung zwischen Eltern und deren Kindern zugrunde, denn auch hier voll­ziehen sich die Übertragungen weitgehend im szenischen Erleben und Erinnern (vgl. [26], S. 421–423; [27]). Dabei ist das Kind unbewusst aktiv an diesem Prozess beteiligt, weil es sich auf der Grundlage seiner Bindungsbedürfnisse und Zuneigungsgefühle mit den ­Eltern identifiziert und dabei gerade auch jene Anteile in der elterlichen Psyche aufspürt und sich aneignet, die es als rätselhaft empfindet und nur schwer ­integrieren kann in eine gute innere Objektrepräsentanz. Dadurch wiederum wird die Ausbildung einer guten und kohärenten Selbst­repräsentanz beeinträchtigt. Die bedroh­lichen ­elterlichen Aspekte bleiben im eigenen Selbst wie Fremdkörper bestehen und bilden Introjekte im Selbst. Vor allem körperliche Symptome, bedrohliche Traumelemente, Vermeidungshandlungen und traumakompensierende Lebensformen verweisen nach Holder­egger auf ein vorhergehendes traumatisierendes Erleben [25]. In den Gesprächen, die Dan Bar-On mit Kindern von hochrangigen Nazi-Tätern ­geführt hat, werden die vielfältigen, teils verzweifelten Be­wältigungs- und Abwehrversuche jener Nachkommen deutlich spürbar [28].

Die traumatisierende Übertragung zwischen Eltern​(-teil) und Kind ist ihrerseits eine Form von trauma­tischem Erleben auf Seiten des Kindes, die sich als reinszeniertes traumatisches «Enactment» unmittelbar wiederholen kann, zum Beispiel wenn ein als Kind misshandelter Erwachsener am eigenen Kind die Misshandlung wiederholt. Die häufigere Form der trans­generationalen Traumatransmission erfolgt jedoch ­indirekt über die Körpersprache, Mimik, Gestik, das ­affektive Ausdrucksverhalten und die emotionale Gestimmtheit, den Muskeltonus, den Umgang mit Nähe und Distanz und zahlreiche andere im Alltag bedeutsame Signale, die in den affektiven Reaktionen und ­inneren, oft nicht zu Bewusstsein kommenden Bildern der Kinder ein Echo finden.

Die fehlende Symbolisierung dieser nonverbalen Übertragungsanteile macht auch die von ­diesen Eindrücken betroffenen Kinder der Traumatisierten sprachlos. Darum können sie keine innere ­Distanz zu diesen übermittelten Bildern und Gefühlen herstellen. Ihre eigenen affektiven Reaktionen können wiederum von den Eltern nicht mentalisierend ver­arbeitet werden. Da die elterliche Psyche mit der Ver­arbeitung der traumatischen Erlebnisse überfordert war, benötigt sie die Psyche eines anderen, um mit ­dessen Hilfe eine ­allmähliche Aneignung und Integration der bisher ­unverdauten traumatischen Irritationen zu erlangen. Ist diese bzw. dieser Andere eine erwachsene Person mit einer reifen psychischen Struktur, so kann er die Funktion eines Hilfs-Ichs übernehmen, die als Con­tainer der unverdauten traumatischen Situationen im Sinne Bions fungiert. Ist diese Psyche jedoch selbst noch im Werden und Reifen, dann können diese traumatisierenden Übertragungsanteile in der Beziehung zu den Eltern teilweise nicht oder erst spät und par­tiell verarbeitet werden und blockieren wichtige Aspekte der Entwicklung des Selbst und der Objekt­beziehungen.

Diese Anteile werden in der Beziehung der Nachkommen von Traumatisierten zu ihren Analytikerinnen bzw. Analytikern reaktiviert und erneut reinszeniert. Dabei verweisen sie im Kern auf jenes unstrukturierte affektive Überwältigtsein, das dem traumatischen ­Erleben entspricht (vgl. [26], S. 1102f). Der Wieder­holungszwang und die aus ihm herrührenden Rein­szenierungen traumatischer Erfahrungen dienen ­dieser allmählichen Verarbeitung des Unintegrierten und sind daher nie nur reine Wiederholungen der ­ursprünglichen Traumasituation, sondern Versuche der Be- und Verarbeitung durch Herstellung eines ­Bezugs zum vorhergehenden Lebensprozess im Sinne einer Sinngebung.

So spricht auch Bohleber (2008) davon, dass mit der Wiederholung in Form von «Flashbacks», mit welchen das Unbegriffene und die seelische Struktur Zerstörende des Traumas immer wieder einbricht, ein nachträglicher Versuch verbunden sei, «das reine Trauma zu zähmen und zu mildern, indem er (der Trauma­tisierte; A.M.) ihm einen Namen gibt und es einfügt in ein verstehbares kausales Handlungs­system» [2, S. 108f]. «Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen» [30] ist hier verbunden mit der Intention, das Unbegreifliche in den normalen psychischen Prozess der Symbolisierung ein­zubeziehen, es damit zu einem Narrativ innerhalb der konstruierten Kontinuität der eigenen Biographie machen zu können, in der es nicht mehr plötzlich überwältigende Gegenwart werden kann, sondern erzählbare Vergangenheit wird und bleibt. Als sozio­kulturelles Narrativ stösst diese Sinngebung allerdings an Grenzen, wie auch Grünberg in einem Interview betont: Der Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen unter der Nazi-Herrschaft lässt sich keinerlei Sinn unterstellen, sie bleibt ein sinnloser Akt, was es insbesondere den Nachkommen der Verfolgten ­erschwert, sinnstiftende biographische Narrative zu entwickeln [31].

Erfolgt eine Traumatisierung zu einem lebensgeschichtlich sehr frühen Zeitpunkt und/oder mit lang anhaltender Dauer, dann fällt es den Betroffenen umso schwerer, ein für sich kohärentes und in gewisser Weise sinnstiftendes biographisches Narrativ zu entwickeln, weil das Trauma von früher Zeit an Teil der ­Lebensbedingungen und folglich ein Teil des vermeintlich Selbstverständlichen ist. Aus diesem Grund fällt es auch den durch frühe traumatisierende Übertragungen geprägten Kindern von Überlebenden schwerer als den Überlebenden selbst, die inneren bzw. verinnerlichten Orte des von jenen erlebten Grauens zu verlassen. Dementsprechend stellt der israelische Psychoanalytiker Yossi Hadar (1991) fest, Kinder der Überlebenden lebten in der Vergangenheit der Eltern, sie seien, obwohl nach dem Krieg geboren, emotional in den Holocaust hinein geboren worden [32, S. 163f, zit. n. 23]. Demgemäss setzen diese Kinder solche Situationen szenisch um, die sich in ­ihnen abgelagert haben aus den nie verbalisierten, sondern einzig ­szenisch vermittelten traumatischen Erlebnissen der Eltern. In doppelter Weise sind die Nachkommen der «child ­survivors» (jener Überlebenden, die während der Verfolgung selbst noch Kinder oder Jugendliche waren) davon betroffen. Denn ihre ­Eltern mussten ein Leben lang bestimmte Entwicklungsprozesse nach­holen und frühe Mängel kompensieren und hatten es darum sehr schwer, sich in die ­Bedürfnisse ihrer Kinder einzufühlen. Diese wurden verstärkt in parentifizierte Rollen gedrängt, was den meisten dieser Eltern jedoch infolge ihrer eigenen immensen Bedürftigkeit nach Nähe, Schutz und Halt nicht bewusst wurde.

In einer Fallgeschichte berichte Ilany Kogan von einem psychotischen Patienten, der auf seinen Vater schoss, was dieser zum Glück überlebte. Damit setzte der Sohn ein vom Vater bis dahin nie berichtetes traumatisches Erlebnis in Szene, denn jener hatte als Kind, in einem Schrank versteckt, miterleben müssen, wie sein Vater von Nazis erschossen wurde [33, zit. n. 34, S. 155]. Einen ähnlichen Fall dokumentiert Grünberg, in welchem der Sohn, indem er sich aus dem Fenster stürzt, ein ­extremes Trauma des Vaters reinszeniert, über das letzterer nie hatte sprechen können und das dennoch das Unbewusste des Sohnes ­erreichte durch eine Vielzahl von szenischen und ­körpersprachlichen Mitteilungen des Vaters [35]. Mit seinem Suizid-Versuch reinszenierte der Sohn jedoch nicht nur dieses trau­matische Erlebnis, sondern nahm dem Vater auch alle von diesem abgelehnten Selbstanteile ab: seine Schwachheit, Bedürftigkeit und Verwundbarkeit, die er in aggressiver Form auf den Sohn projiziert hatte. Andererseits schien der missglückte Suizid die einzige Möglichkeit gewesen zu sein, sich aus der psychischen Verklammerung mit dem Vater und dessen traumatischen Bildern zu befreien und zu einer Trennung und Individuation zu ­gelangen [ebd.].

In psychoanalytischen Behandlungen wie bei narra­tiven Interviews kommen immer wieder solche Verschränkungen zwischen den Generationen zum Vorschein. Offenbar bedarf es dafür der triangulierenden «Ohrenzeugenschaft» (Helen Bamber), um zwischen der Konkretisierung des unbewusst Gewussten im Enactment und den introjizierten szenischen Elementen elterlicher Botschaften Brücken des Verstehens zu bauen und damit bewusste Integration zu ermöglichen. Dem steht das Verschweigen des Erlebten, die ­gehüteten Familiengeheimnisse und Mythenbildungen in den Familien entgegen (vgl. [36], S.  89).

Von Seiten der Traumatisierten geschieht die trans­generationale Verschränkung mittels der projektiven Identifizierung, mit deren Hilfe unerträgliche psychische Inhalte in einer anderen Person ‹deponiert› ­werden, um sie in dieser unter Kontrolle zu halten. ­Dadurch versucht sich das Subjekt zwar von überwäl­tigenden psychischen Introjekten zu schützen, erfährt aber zugleich eine psychische Entleerung, die es ­wiederum verstärkt an das Objekt bindet und zu einer kontrollierenden Inbesitznahme desselben verleitet. Das äussere Objekt wird mit den projektiven Anteilen identifiziert und in manipulierender Weise dazu gedrängt, sich diesen Erwartungen gemäss zu verhalten (vgl. [37]). Durch die engen Anbindungen und die unbewusst sich vollziehende projektive Entlastung seitens der Überlebenden entsteht eine enge Verkettung ­zwischen den Generationen, die Elisabeth Troje als «Verzahnung des psychischen Raums» bezeichnet hat [38].

Haydée Faimberg spricht von einer Ineinanderrückung der Generationen, mit der auch eine spezifische Form der Identifizierung einhergehe. Diese setzt sie ­jedoch nicht mit einer projektiven Identifizierung gleich [39]. «Telescoping» versteht sie eher als eine ­Metapher denn als psychoanalytisches Konzept, wobei sie die dritte Generation hierbei schon mit im Blick hat. Die psychische Funktion dieses Vorgangs besteht in einer komplementärnarzisstischen Objektregulation mit Hilfe der Aneignung und Intrusion des psychischen Binnenraums des Anderen. Die narzisstische Inanspruchnahme der psychischen Innenräume der Kinder kann deren innere Entleerung zur Folge ­haben, was sich in einer negativen Identität manifestiert [ebd., S. 29].

Der normale Vorgang der Identifizierung mit den ­Eltern genügt laut Kestenberg nicht, um sich diese ­zeitliche Verkettung der Generationen zu erklären [40]. Daher spricht sie von einer «Transposition» in die Gefühlswelt der Eltern oder Grosseltern. Diese gehe über eine Identifizierung hinaus, da sie mit Handlungen verbunden sei, die nachträglich das vorzunehmen scheinen, was die Betroffenen selbst in ihrer Ohnmacht nicht tun konnten [ebd., S. 191]. Dabei handele es sich zugleich um einen sehr körpernahen Vorgang, der sich in der Beschreibung der Nachkommen so ­anfühlt, als wollten sie in ihrem Körper all die nicht ­betrauerten Toten bergen und in sich zu neuem Leben erwecken, als könnten sie mit ihrer eigenen Existenz das Geschehene ungeschehen machen. Die damit ­verbundene emotionale und zeitliche Rückversetzung der Nachkommen in die traumatische Vergangenheit der Eltern bzw. Grosseltern entspreche einem Zeittunnel [ebd., S. 98].

Immer wieder kommt es bei Nachkommen von traumatisierten Eltern zu einer parentifizierten Rollenübernahme: Die Kinder spüren die Verletztheit und Bedürftigkeit der eigenen Eltern und stellen sich ihnen als fürsorgende Objekte zur Verfügung, um sich einen emotionalen Zugang zu diesen häufig depressiven und narzisstisch zurückgezogenen Eltern zu bewahren.

Besondere Übertragungsaspekte bei Nachkommen von Tätern und Täterinnen

Die ersten Erkenntnisse zu unbewussten Übertra­gungsaspekten bei Nachkommen von Täterinnen und Tätern ­fanden sich in den wenigen frühen Psycho­analysen, denen sich diese Nachkommen unter dem Druck ihrer Entidentifizierungswünsche und stellvertretend übernommenen Schuldgefühle unterzogen.1 Ab Mitte der 80er-Jahre kamen neben den wenigen ­Publikationen über Nachkommen von NS-Familien die Analysen von Kindern US-amerikanischer und ­australischer Vietnam-Veteranen hinzu [41]. Infolge der bei vielen Veteranen aufgetretenen Symptome wurde das Posttraumatische Stresssyndrom (engl.: PTSD) erstmals 1981 als diagnostische Einheit in das DSM III ­eingeführt. Verschiedene transgenerationale Studien untersuchten die Auswirkungen der PTSD auf die Nachkommen der traumatisierten Kriegsteilnehmer [42–46].

Nachkommen von Täterinnen und Tätern erleben häufig intensive Schamgefühle in der Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft, Zweifel an ihrer Existenzberech­tigung und Selbstbestrafungstendenzen. Sie berichten von un­erklärlichen inneren Zwängen, Busse und Sühne vollbringen zu müssen. Eckstaedt nahm bei ­ihren Patientinnen und Patienten «eine ihnen unbekannte Last, eine diffuse Trauer ­unbekannter Herkunft» wahr, die eng verbunden war mit der Geschichte ihrer Eltern, die im National­sozialismus erwachsen ­gewesen waren [41, S. 16]. Viele Täternachkommen können, sofern sie ihre Eltern als liebevoll ­erlebt haben, diese persönlichen Erfahrungen nicht in Einklang bringen mit den (Er-)Kenntnissen, die sie später über ihre Eltern und deren Verant­wortlich­keiten erworben haben. Die damit ­einher ­gehenden Loyalitätskonflikte versuchen viele durch die innere Aufspaltung der Elternrepräsentanzen zu lösen (vgl. [1], S. 333). Häufig führt diese Spaltung, da sie unbewusst bleibt, zur einseitigen Betonung der nur ­guten oder nur schlechten Seiten der Elternrepräsentanzen. Diese werden entweder idealisiert und für ihr Tun durch ­allerlei Entschuldigungen entlastet, was die Kinder in eine Komplizenschaft mit ihnen verstrickt, oder die ­Eltern werden radikal ­abgelehnt, um sich ­mittels einer Gegenidentifikation von diesen inneren Elternbildern oder Introjekten zu befreien (vgl. [28]).

Die Frage, ob auch Täter durch ihr gewaltsames oder gar mörderisches Handeln traumatisiert werden können, wird kontrovers diskutiert – auch, weil es für die Opfer als Zumutung erscheint, dass Täter dadurch eventuell Mitgefühl erhalten könnten. Vera Kattermann hat in Reaktion auf dieses Dilemma den Begriff der «Quasi-Traumatisierung» eingeführt, der darauf verweist, dass das destruktiven Agieren von ­Tätern auch einen selbstzerstörenden Anteil hat: die Zerstörung der eigenen Empathiefähigkeit und Menschlichkeit, aber auch die Erschütterung eines ­Gefühls von Grundvertrauen und Geborgenheit in das Leben und die Welt. Denn der Identifikation mit dem Aggressor auf Seiten der Opfer entspricht eine Form der Opfer­identifikation auf Seiten der Täter: wenn die von eigener Hand verübten oder veranlassten Unmenschlichkeiten möglich sind, können sie potentiell auch die eigene Person betreffen [47]. Dieser Verlust an Welt­vertrauen ist dem realen Leiden der Verfolgten nicht vergleichbar, aber ist Hintergrund der traumatischen (Spät-)Reaktionen von Tätern, die sie lebenslang abzuwehren versuchen und von welchen sie im Alter häufig eingeholt werden.

Von Täterinnen und Tätern – gerade auch des Nationalsozialismus – ist bekannt, dass viele die Demütigung der Niederlage und der zahlreichen auch persönlichen Verluste dadurch zu kompensieren versuchten, dass sie zuhause «kleine Hitler» waren, selbstgerechte und oft unbarmherzige Tyrannen, emotional kalt und herrschsüchtig, die von ihren Kindern äusserste Disziplin und Gehorsam bis zur Unterwerfung forderten, und nicht selten drastische körperliche Strafen praktizierten (vgl. [48, 49]). Indem sie ihre Kinder disziplinierten, konnten sie ihre eigenen Ohnmachtsgefühle in diese verlagern, indem sie sie demütigten, konnten sie ihre eigene Scham in diesen deponieren, indem sie ihren Hass auf lustvoll-spon­tanes lebendiges Erleben und Freude zum Ausdruck brachten, konnten sie ihre eigene tiefe und teils regressive Sehnsucht nach Nähe, Geborgenheit und Vertrauen in den Seelen ihrer Kinder vernichten. In einigen Fällen drohten sie nach Kriegsende sogar damit, sich gemeinsam mit ihren Kindern real zu vernichten. Auf Seiten der ersten Generation handelte es sich Eckstaedt zufolge um eine ich-syntone Form der Objektmanipulation, die vor ­allem die eigenen Kinder betraf [41, S. 19]. Darin zeigen sich Defizite in der ­Gewissens- und Über-Ich-Bildung, die durch archaische Formen des Überichs, insbe­sondere durch Anpassungs- und Unterwerfungsbereitschaft unter äussere Autoritäten, kompensiert wird, welche nun auch von den eigenen Kindern gefordert wurde.

Die Beziehungen zwischen Tätereltern und ihren Kindern beinhaltet «Double Bind»-Botschaften, in denen sich das Abgewehrte unterschwellig verrät als kryptisch verborgene Leidenschaft, die nicht angesprochen ­werden darf und doch bemerkbar ist, weil sie auch als heimliche Botschaft und als Identifikationsangebot spürbar bleiben soll. Kinder werden für die seelisch unverarbeitete Geschichte der Elterngeneration geradezu funktionalisiert, worin Bohleber eine ­«besondere narzisstische Bindung» zwischen den ­Generationen erkennt [29, S. 107].

Die Möglichkeiten der Verarbeitung transgenerational übernommener Schuldgefühle, Schweigegebote und Loyalitätszwänge auf subjektiver Ebene werden in ­hohem Masse beeinflusst von den gesellschaftlichen Diskursen über Schuld sowie den gesellschaftlichen Tendenzen, selbige zu verschweigen und die öffentliche Ausein­andersetzung damit zu tabuisieren. So war in der Bundesrepublik Deutschland bis zu den Frankfurter Auschwitz-Prozessen Mitte der sechziger Jahre und in der ehemaligen DDR bis zum Fall der Mauer die Schuldfrage an Krieg und Vernichtung der euro­päischen Juden projektiv abgewehrt und verleugnet ­worden zugunsten eines auf die eigene Bevölkerung bezogenen Opferdiskurses (vgl. [1], S. 334f; [50]).

In der Türkei hat die seit über einem Jahrhundert ­anhaltende Leugnung und Relativierung des Genozids an der armenischen Bevölkerung in den Jahren 1915–17 zur Entstehung eines suböffentlichen Paralleldis­kurses geführt, wie aktuelle Untersuchungen belegen (vgl. [51, 52]). Insbesondere in der Generation der Enkel kam es teilweise zu schockartigen Reaktionen auf das Erkennen von familiären Verstricktheiten in dieses historische Geschehen gerade aufgrund der langen ­Exklusion dieses Wissens aus dem öffentlichen Denken, aber auch, weil sich in den betroffenen Familien die Opfer- und Täterseite häufig verschränken. Zum anderen führt die bis heute anhaltende Leugnung und Verharmlosung jener Geschehnisse zu einer Retraumatisierung im Sinne Keilsons, der die ­Bedeutung des Anerkennens von Unrecht als Teil der Verarbeitung desselben zuerst thematisierte [18, vgl. 53].

Aus den vergleichenden Arbeiten über kollektive traumatisierende Erfahrungen wie Kriege, Flucht, Vertreibung, Massenmorde und Genozid lässt sich als Grundlage weiterer Forschungen ableiten, dass diese von grossen Teilen oder spezifischen gesellschaftlichen Gruppen gemachten Erfahrungen sich nicht nur in ­sozialen Zusammenhängen manifestieren, sondern als Bezugspunkte gesellschaftlicher Identifizierungen und Konflikte zeitlich weit über die realen Ereignisse hinaus fortbestehen. Dabei zeigt sich, dass die Weitergabe von Traumatisierungserfahrungen und Schuldverstrickungen einerseits zu partiellen Wiederho­lungen führen kann. Diese Interpretation liegt zum Beispiel nahe für den Ausbruch des Balkankrieges in den 90er-Jahren, in welchen zahlreiche ­Elemente ­unverarbeiteter historischer Verstrickungen und Feindseligkeiten ­motivierend eingeflossen waren. ­Andererseits können vergangene Erfahrungen von Feindseligkeit, Demü­tigung und Gewalt sich durch ­Gegenbesetzungen, ­Contraidentifikationen, Reaktionsbildungen und andere Mechanismen in eine Art produktiver Gegen­bewegung übersetzen. Hierfür spricht zum Beispiel die ver­breitete Neigung von ­Nachkommen der deutschen Kriegsbeteiligten, sich in Wiedergutmachungsakti­vitäten, Friedensinitiativen etc. zu engagieren.2 Allerdings schliesst dies projektive Abwehrmechanismen und unbewusste Identifikationen mit Täteranteilen nicht aus. Die Wiedersprüchlichkeit innerer Bezogenheiten auf das Vergangene ist 
vielmehr ein Teil der Normalität dieser Verarbeitungsprozesse und geht nicht selten mit der Verdeckung von destruktiven ­Anteilen durch die Verschiebung auf Dritte einher.

Jenseits dieser Perspektiven einer psychoanalytischen Sozialpsychologie bleibt die in zahlreichen Einzelanalysen gewonnene Einsicht, dass auch jenseits grosser gesellschaftlicher Ereignisse und Verwerfungen die unverarbeitete Traumatisierung oder unbearbeitete Schuldverstrickung von Angehörigen einer Eltern­generation sich auf die Nachkommen nicht nur einer, sondern je nach Umständen mehrerer Generationen auswirken kann. Eine neue Forschungsfrage wäre in diesem Kontext, wie sich die Schuld oder Traumati­sierung eines Kindes oder Enkels auf die älteren Generationen auswirkt, welche unbewussten Mechanismen hier zum Tragen kommen. Was macht es mit Eltern und Grosseltern, wenn einer ihrer Nachkommen gefoltert wurde oder selbst zum Folterer wurde? Mit Sicherheit sind hier andere Aspekte wirksam, da die älteren Generationen bereits über reifere psychische Mechanismen verfügen. Dennoch spielen auch hier unbewusste (Ent-)Identifikationen, heftige Affekte wie ­Hilflosigkeit, Wut oder Trauer eine entscheidende Rolle in der bewussten und unbewussten Beziehung zu den unmittelbar Betroffenen, wie auch zu anderen und zu sich selbst. Zu diesen reversiven Übertragungsvorgängen liegen jedoch bisher kaum Erkenntnisse vor. Erste Ansätze zu diesem umkehrlogischen Blick auf ­Familien und Generationen finden sich in dem von ­Annemarie Bauer und Katharian Gröning heraus­ge­gebenen Sammelband über «Die späte Familie» [54].

1 Vgl. die bereits in den 50er-Jahren durch­geführte Analyse eines in der NS-Zeit auf­gewachsenen Mannes ­(Fallgeschichte «Volker» [55], S. 25–52).

2 Dieser Fragestellung wird sich ab Oktober 2018 das Forschungsprojekt «Felix culpa? Zur kulturellen Produktivität der Schuld» am Zentrum für Interdisziplinäre ­Forschung der Universität Bielefeld widmen.

Funding / potential competing interests

No financial support and no other potential conflict of interest ­relevant to this article was reported.

Korrespondenz:
Prof. Dr. phil. Angela Moré,
Leibniz Universität
Hannover
Institut für Soziologie
Im Moore 21
DE-30167 Hannover
a.more[at]
sozpsy.uni-hannover.de

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