Book review

Christian Bischoff und Helmut Buchner (Herausgeber): SOPs Neurophysiologische Diagnostik

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2019.00628
Publication Date: 05.10.2019
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2019;170:w00628

Albert Sylvan

Stuttgart: Thieme Verlag; 2018.

Festeinband, 248 Seiten, 115 Abb.

Preis EUR 99,99.

ISBN 978-3-13-241059-6.

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Figure 1
Book cover

Das 2018 erschienene Buch «SOPs Neurophysiologische Diagnostik» stellt sich der Herausforderung, die Diagnostik von komplexen neurologischen Erkrankungen mit Abläufen und Regeln zu hinterlegen. Hierbei sind sich die Herausgeber, Christian Bischoff und Helmut Buchner, die sich seit vielen Jahren engagiert und äusserst erfolgreich für Ausbildungsthemen der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie einsetzen, aber zugleich auch der Grenzen und Limitationen einer (zu) strikten Standardisierung bewusst. Dennoch haben die Autoren der einzelnen Kapitel diese Herangehensweise berücksichtigt, wobei erfreulicherweise auf verwässerte Konsensus-Texte verzichtet wird. Vielmehr dürfen die ausgewiesenen Experten der einzelnen Kapitel auch Elemente einer individuellen Herangehensweise und ihre eigene klinische Erfahrung einfliessen lassen. Dadurch entsteht eine hohe Praxisrelevanz.

Das Buch richtet sich gemäss Vorwort an «Anfänger, Erfahrene und Experten», hierbei können «Anfänger» aber tendenziell etwas überfordert sein aufgrund der teilweise sehr verdichteten Informationen. Ausgesprochen positiv fallen die vorbildliche, klare Illustration mit Abbildungen und die häufigen Ablaufdiagramme einzelner Kapitel auf, die eine strukturierte Herangehensweise zu bestimmten Problemfeldern unterstützen. Erfreulich ist auch der Aufbau des Buches: Der Leser kann sich sowohl via dem Zugang über bestimmte Krankheitsbilder zu den jeweils dazugehörigen diagnostischen Abklärungsschritten und typischen hinweisgebenden Befunden informieren, andererseits findet er im zweiten Teil des Buches auch Kapitel zu den einzelnen diagnostischen Verfahren vor.

So bietet dieses Buch eine sehr lohnende Möglichkeit, sich wieder einmal auf den neuesten Stand zu bringen, sein Wissen aufzufrischen oder aber auch bei bestimmten klinischen Problemen nachzuschlagen und Anregungen zur Diagnostik zu finden. Allerdings sind einzelne Buchkapitel sehr kompakt und erinnern zumindest abschnittsweise an eine Skriptform. Jedem diagnostisch tätigen Kliniker bleibt es schliesslich undogmatisch überlassen, welche Elemente der SOPs er für die diagnostische Problemlösung im Einzelfall berücksichtigen möchte.

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