Review article

Zwischen Naturwissenschaft und Psychoanalyse: Hermann Rorschach und sein Experiment mit Tintenklecksen

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2019.03004
Publication Date: 15.02.2019
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2019;170:w03004

Rita Signer

Ehemalige Leiterin des Rorschach-Archivs in Bern, Schweiz

Summary

From his early youth Hermann Rorschach was attracted to the natural sciences. He also had an enduring interest in psychoanalysis. This article examines how these different interests manifested themselves in his work and the place this work found in the scientific circles of his time. The focus is on his dissertation on reflex hallucinations published in 1912, his «Psychodiagnostik» published in 1921, and his lecture «Zur Auswertung des Formdeutversuchs für die Psychoanalyse», the text of which was published posthumously in 1923. Published and unpublished letters offer additional insights and, taken together, these texts demonstrate that Rorschach considered natural science and psychoanalysis to be complementary approaches to understanding the human psyche. The origin and development of Rorschach's experiments and his career itself reflect scientific concepts, opinions and their backgrounds at the turn of the 20th century.

Keywords: psychiatry, history, Switzerland, Rorschach, Hermann (1884-1922), psychoanalysis, natural science, quantitative methods, qualitative methods

Einleitung

Hermann Rorschach (1884‒1922), Autor des nach ihm benannten «Rorschachtests»1, fühlte sich seit seiner Jugend zu den Naturwissenschaften hingezogen. Daneben hatte er ein feines Gespür für Menschen. Als guter Zeichner verfügte er über die Gabe, sich selber und seine Mitmenschen in Bewegung darzustellen. 1905/06 wohnte er zum ersten Mal den Vorlesungen von Constantin von Monakow (1853‒1930) bei. Damals fasste er den Entschluss, Psychiater zu werden. Ein Jahr später besuchte er die Vorlesungen von Eugen Bleuler (1857‒1939) und C. G. Jung (1875‒1961). Sowohl Bleuler, der später sein Doktorvater wurde, als auch Monakow hatten einen nachhaltigen Einfluss auf Rorschachs Wissenschaftsverständnis, das seine Arbeiten und seine klinische Tätigkeit prägte, was sich auch in seiner Korrespondenz niederschlug. Seine Forschungsinteressen waren breit gefächert2 [1], aber sie galten nur einem Gegenstand: dem Menschen in seiner ganzen Vielfalt. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, waren für ihn naturwissenschaftliche und hermeneutische Methoden gleichermassen wichtig.

Lange Zeit war es für ihn selbstverständlich, die menschliche Psyche sowohl aus einem naturwissenschaftlichen als auch psychoanalytischen Blickwinkel aus zu betrachten. 1921 erschien sein «wahrnehmungsdiagnostisches Experiment» mit Tintenklecksen mit dem Titel «Psychodiagnostik». Da musste er auf einmal zur Kenntnis nehmen, dass sein Wissenschaftsverständnis bei etlichen seiner Zeitgenossen auf wenig Gegenliebe stiess. Die vorwiegend an naturwissenschaftlichen Methoden orientierten Psychologen und Psychiater stellten den experimentellen Charakter seines «Experiments» infrage und monierten fehlende Objektivität. Umgekehrt konnten zahlreiche seiner Analytikerkollegen nicht viel damit anfangen, weil er nicht die subjektiven «Inhalte», sondern vielmehr die «formalen Prinzipien des Wahrnehmungsvorgangs» ins Zentrum stellte. Auf einmal sah sich Rorschach zwischen zwei Fronten und genötigt, sich für die eine oder andere Seite zu entscheiden: Naturwissenschaft oder Psychoanalyse.

Was immer man von seinem «wahrnehmungsdiagnostischen Experiment» halten mag: Seine Entstehungsgeschichte und der Werdegang seines Schöpfers spiegeln die wissenschaftlichen Strömungen und zeithistorischen Umstände um die Wende zum 20. Jahrhundert wider. Die folgenden Ausführungen gehen der Frage nach, wie sich Rorschachs Einstellung in seinen Arbeiten niederschlägt, und wie sich sein Werk im wissenschaftlichen Umfeld um die Jahrhundertwende verorten lässt. Im Fokus stehen seine 1912 erschienene Dissertation [2], die 1921 publizierte «Psychodiagnostik» [3] und sein 1923 posthum publizierter Vortrag «Zur Auswertung des Formdeutversuchs für die Psychoanalyse» [4]. Zusätzliche Hinweise finden sich in seiner veröffentlichten [5] und unveröffentlichten3 Korrespondenz.

Biografischer Parcours

Im Herbst 1904 begann Hermann Rorschach ein Medizinstudium in Zürich. Im Frühjahr 1906 wusste er bereits, wohin die Reise gehen sollte. «Das Interessanteste in der Natur ist die menschliche Seele. Das Grösste, was ein Mensch leisten kann, ist solche Seelen, kranke Seelen zu heilen.» ([5], S. 38) So begründete der 22-Jährige seinen Plan, Psychiater zu werden. In dieser Begründung, die fast wie ein Credo anmutet, sind bereits Rorschachs künftige Arbeitsfelder abgesteckt: Forschung und Klinik. Zugleich ist sie eine Art Grundformel für sein Wissenschaftsverständnis, dem er zeit seines Lebens treu blieb: die «Seele» als Objekt der empirischen Forschung und, als leidende, der individuellen ärztlichen Zuwendung. 1907/08 hörte er Bleulers Vorlesungen zur Allgemeinen und Speziellen Psychiatrie und psychiatrischen Klinik sowie Jungs Vorlesungen zur Psychopathologie der Hysterie und Psychotherapie. Es ist denkbar, dass er während dieser Zeit gelegentlich an den Sitzungen der «Freudschen Gesellschaft von Ärzten» bzw. der «Gesellschaft für Freudsche Forschungen» teilnahm, zu denen offenbar auch Studierende zugelassen waren ([6], S. 244). Ein weiteres Schwergewicht unter seinen Lehrern war Constantin von Monakow.

Nach Abschluss seines Studiums Anfang 1909 verbrachte Rorschach mehrere Monate in Kazan bei Verwandten seiner zukünftigen russischen Ehefrau. Er erhielt Zutritt zu den Kranken in der Kazaner Nervenklinik und konnte an den Ärztevisiten teilnehmen. Anschliessend arbeitete er bis 1913 als Assistent in der Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen4. In dieser Zeit entstand ein halbes Dutzend psychoanalytische Arbeiten, die zwischen 1912 und 1914 im «Zentralblatt für Psychoanalyse» bzw. «Zentralblatt für Psychoanalyse und Psychotherapie» erschienen. Daneben verfasste er eine Arbeit zur Pathologie und Operabilität der Zirbeldrüse5 [7]. Im Herbst 1910 machte er Eugen Bleuler verschiedene Themenvorschläge für seine Dissertation, unter anderen «ein Versuch der Psychoanalyse bei einer Katatonie im ersten Schub» ([5], S. 109). Man einigte sich dann auf das Thema «Reflexhalluzinationen». Die Dissertation wurde 1912 fertig und erschien noch im gleichen Jahr [2]. Im Zusammenhang mit seinen Untersuchungen über Reflexhalluzinationen machte Rorschach 1911 seine ersten Versuche mit Tintenklecksen ([5], S. 202 und S. 349).

Ende 1913 reiste Rorschach mit seiner Frau nach Russland in der Absicht, sich dort als Psychiater niederzulassen. Wie aus einem Brief Monakows hervorgeht, hatte Rorschach diesen kurz vorher um eine Empfehlung «an den Leiter des hirnanatomischen Instituts in Moskau» gebeten. Von Monakow musste ihn enttäuschen: er kenne den Leiter nicht und «zweifle, dass ein solcher respektive ein hirnanatomisches Institut in Moskau» existiere. Er sei aber «gerne bereit, einige empfehlende Worte an zwei mir bekannte Neurologen in Moskau (Proff. Rossolimo6 und Atinov) zu schicken.» Dann schiebt er die Mahnung nach: «Bleiben Sie nicht zu lange in Moskau. In der Schweiz werden Sie, wenn Sie sich ordentlich an den Laden legen, Ihren Weg besser machen, sei es als Neurologe oder als Psychiater» ([5], S. 127). Rorschach fand dann eine gut bezahlte Stelle im privaten Nervensanatorium Krjukovo in der Nähe Moskaus. Leitender Arzt war damals J. V. Kannabich (1872‒1939)7, der 1909 den Posten von Nikolai A. Vyrubov (1869‒1918) übernommen hatte. Dieser war es wohl, der Freuds Psychoanalyse als Behandlungsmethode in Krjukovo einführte. Jedenfalls berichtet Vyrubov in einem auf Russisch erschienenen Artikel [8] über seine Erfahrungen mit Freuds Methode in Krjukovo. In einer bebilderten Werbebroschüre des Sanatoriums8 heisst es, alle Formen der Psychotherapie würden angewandt; unter anderen werden die Psychoanalyse nach Freud, Hypnose und die Persuasionsmethode von Paul Dubois genannt.

Im Sommer 1914 kehrte Rorschach in die Schweiz zurück; die vorgefundenen Arbeitsbedingungen hatten seinen Vorstellungen nicht entsprochen. Er nahm in der Bernischen Kantonalen Irrenanstalt Waldau9 eine Assistentenstelle an, wo sein Kollege Walter Morgenthaler (1882‒1965) als Oberarzt tätig war.

Im Hebst 1915 wurde er als Sekundararzt an die Appenzell-Ausserhodische Heil- und Pflegeanstalt in Herisau10 gewählt. Zwei Jahre später nahm er seine in Münsterlingen begonnenen und dann beiseitegelegten Versuche mit Tintenklecksen wieder auf. Die Ergebnisse dieser über Jahre dauernden Versuche mit Gesunden und Kranken erschienen im Juni 1921 [3]. Er war Vizepräsident der 1919 gegründeten Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse, wo er mehrmals als Vortragender auftrat. Am 2. April 1922 starb er an einer zu spät diagnostizierten Appendizitis.

Die Dissertation

Eugen Bleuler lobte Rorschachs Dissertation als «sehr klare Arbeit, wie man sie nicht immer findet» ([5], S. 121). Aus Rorschachs Korrespondenz mit seinem Doktorvater wissen wir, dass er den Text kürzen musste und deshalb einen Teil in einen separaten Artikel auslagerte. Dieser erschien, im gleichen Jahr wie die Dissertation unter dem Titel «Reflexhalluzination und Symbolik» im «Zentralblatt für Psychoanalyse» [9]. Dieser Artikel wird im Folgenden mit einbezogen.

Das Thema «Reflexhalluzinationen» war anspruchsvoll, denn der Begriff beinhaltet, wie Rorschach bemerkt, «Mechanismen sehr verschiedenen Wesens». Nach allgemeinem Verständnis handle es sich um Vorgänge, bei denen «eine reale Wahrnehmung oder eine Halluzination mit reflexartiger Schnelligkeit gefolgt wird von einem halluzinatorischen Prozess» ([2], S. 5). Das sei aber auch schon das einzig Gemeinsame der als «Reflexhalluzinationen» bezeichneten Erscheinungen. Worum es in der Dissertation geht, fasst Rorschach in einem Satz zusammen: «Meine Arbeit stellt den Versuch dar, aus einer Anzahl von Beispielen einzelne Gruppen von ‹Reflexhalluzinationen› zu extrahieren, die als besondere Gruppen eine gewisse theoretische Bedeutung haben und vielleicht auch praktisch-diagnostisch eine Sonderstellung einzunehmen berechtigt sind» [ibid.]. Gleich am Anfang weist er darauf hin, dass der von Karl Ludwig Kahlbaum (1828‒1899) eingeführte Begriff «Reflexhalluzination» noch der «Zentrenlehre» verhaftet und deshalb aus Sicht der von Monakowschen Lokalisationslehre für die damit bezeichneten Phänomene nicht mehr zutreffend sei. Damit weist er sich als Adept der fortschrittlichen Ansichten seines Lehrers Constantin von Monakow aus. Trotzdem will er die Bezeichnung ihrer «Bequemheit» wegen beibehalten (ibid., S. 6). Rorschach formuliert folgende «gegen die heutigen Anschauungen nicht verstossende» Definition: «Es liegt vor eine Doppelempfindung, deren erste Komponente eine Wahrnehmung irgendwelcher Art ist […], und deren zweite Komponente durch einen halluzinatorischen Prozess irgendwelcher Art repräsentiert wird.» Die zweite Komponente scheint nicht nur in zeitlicher, sondern auch «in irgendwelcher formaler oder inhaltlicher Beziehung» von der ersten verursacht zu sein. Überdies muss «die verursachte Wahrnehmung ein anderes Sinnesgebiet betreffen, als die verursachende» [ibid., S. 7].

Anhand von 43, dem Normalleben und der Pathologie entnommenen «Beobachtungen» illustriert er die vielen Facetten dieser «Doppelempfindungen». Sie stammen zum grössten Teil aus eigenen Beobachtungen (an sich selber oder an Patienten), zum kleineren aus der Fachliteratur, und werden den jeweils betroffenen Sinnesgebieten zugeordnet. Die «optisch-kinästhetischen Wechselbeziehungen» werden mit Abstand am ausführlichsten behandelt, gefolgt von den «akustisch-kinästhetischen Wechselbeziehungen». Deutlich weniger Aufmerksamkeit erhalten die «optisch-akustischen» Erscheinungen. «Geruch und Geschmack spielen als reflexhalluzinatorische Erscheinungen eine untergeordnete Rolle» ([2], S. 37). Als Beispiel einer «Reflexhalluzination par excellence» schildert Rorschach die peinvollen Körperempfindungshalluzinationen einer Patientin, die durch den Anblick des mähenden Hausknechts im nahen Garten ausgelöst werden: Sie spürt «jeden Sensenzug als schneidenden Schlag in ihrem Hals» [ibid., S. 13]. Aus den «Beobachtungen» extrahiert Rorschach zwei grosse Gruppen: «Assoziative Reflexhalluzinationen» und «Reflexhalluzinationen im engeren Sinn»: Die erste wird «charakterisiert als Doppelgebilde, deren beide Funktionen nach den Prinzipien der Assoziation verknüpft sind» [ibid., S. 44]. Die erste Komponente wird «als Ganzes wahrgenommen und [bildet] als Ganzes den Ausgangspunkt der zweiten» [ibid., S. 45]. Die beiden Wahrnehmungen sind zeitlich deutlich voneinander abgesetzt. Ausserdem ist der «Zusammenhang zwischen erstem und zweitem Teilprozess […] vor allem ein inhaltlicher», wobei der zweite hauptsächlich durch «Zielvorstellungen, Komplexe und Phantasien» bestimmt wird» [ibid., S. 21].

Bei der zweiten Gruppe, den «Reflexhalluzinationen im engeren Sinn», sind zwar auch assoziative Faktoren beteiligt, aber ausschlaggebend ist hier «die Auswahl einer bestimmten Qualität, und zwar […] zumeist eines Bewegungsmoments […]. Die Komponenten [machen] den Eindruck der Synchronizität. […] Der Prototyp einer ‹Reflexhalluzination im engeren Sinn› [ist] ein durch ein Bewegungsmotiv verbundenes Paar von Wahrnehmungen» und wird von Rorschach als «synkinetische Halluzination» den «Assoziativen Reflexhalluzinationen» gegenübergestellt [2, S. 44/45]. Die erste und weitaus ausführlichste Beobachtung steht für einen «optisch-kinästhetischen Prozess» und schildert ein Traumerlebnis des Autors. Damit führt Rorschach auf geschickte Weise in die Thematik und die damit verbundenen Probleme ein. Den Traum muss er im Sommersemester 1906 geträumt haben, als er das «Operieren an Leichen» lernte. ([5], S. 39)

«Im ersten klinischen Semester war ich zum erstenmal bei einer Sektion zugegen und sah mit dem bekannten ehrfürchtigen Eifer des jungen Studenten derselben zu. Besonders die Zerlegung des Gehirnes interessierte mich lebhaft, und ich knüpfte allerlei Reflexionen über Lokalisation, Zerschneidung der Seele usw. daran. Der Gestorbene war ein Apoplektiker gewesen; das Gehirn wurde in Transversalschnitte zerlegt. In der Nacht darauf hatte ich einen Traum, in dem ich fühlte, wie sich mein eigenes Gehirn in Transversalschnitte zerlegte. Ein Schnitt nach dem andern wurde von der Masse der Hemisphären abgelöst und fiel nach vornüber, genau wie es bei der Sektion geschehen war. Diese Körperempfindung (ein präziserer Ausdruck steht mir leider nicht zu Gebote) waren sehr deutlich; und das Erinnerungsbild an jenes Traumerlebnis ist auch jetzt noch ziemlich lebhaft, es besitzt das wenn auch schwache, so doch deutliche sinnliche Moment erlebter Wahrnehmungen» ([2], S. 8/9).

Der Traum löste in ihm manche Fragen aus:

«Erstens ist sie [die Traumwahrnehmung] schlechtweg physiologisch unmöglich. […] Die Wahrnehmung ist physiologisch geradeso unmöglich, wie es die oft so bizarren Körperempfindungshalluzinationen Schizophrener meist sind. Aus was für psychischen Elementen also bildet sich eine derartige physiologisch unmögliche Wahrnehmung? Zweitens: Wie verhält sich die Wahrnehmung der Körperempfindung im Traume zu der optischen des Wachzustandes? Subjektiv hatte und habe ich den bestimmten Eindruck, dass die Körperempfindung des Traumes nicht einfach in zeitlicher Beziehung kausal abhänge von dem optischen Eindruck des Tages, sondern dass die Wahrnehmungen in einem viel innigeren Zusammenhang ständen, so etwa, als wäre die optische Wahrnehmung in eine Körperempfindung übersetzt oder umgeschaltet worden[…]. Nun liegt in dem beschriebenen Beispiel keine Reflexhalluzination vor. Stellen wir uns aber vor, die Körperempfindung hätte sich direkt an die optische angeschlossen […], so wäre die Reflexhalluzination fertig. Der Unterschied liegt also nur in der zeitlichen Trennung der beiden Funktionen» ([2], S. 9).

In Rorschachs Überlegungen sind zentrale Fragen angesprochen: Wie kommen physiologisch unmögliche Wahrnehmungen zustande? Welcher Art ist die Verbindung zwischen beiden Komponenten: nacheinander oder synchron, assoziativ oder durch die Qualität eines Bewegungsmoments? Wären die von ihm beschriebenen Körperempfindungen unmittelbar durch die optischen Wahrnehmungen während der Sektion ausgelöst worden, wären sie «parallel-synchron» gewesen, dann hätte es sich um eine «Reflexhalluzination im engeren Sinn», eine «synkinetische Halluzination» gehandelt.

In der Dissertation finden sich zwar verschiedene Hinweise auf die Psychoanalyse, aber eher pauschalisierend oder beiläufig. In einem kurzen Hinweis wird erwähnt, dass optische Eindrücke, die «infolge irgendeiner Qualität geeignet sind, Symbole abzugeben, besonders zu «Reflexhalluzinationen im engeren Sinn» verwendet werden ([2], S. 41). Seine im «Zentralblatt für Psychoanalyse» bzw. «Zentralblatt für Psychoanalyse und Psychotherapie» publizierten Arbeiten lassen keinen Zweifel, dass er sich in Psychoanalyse auskannte. Auch die Sexualsymbolik war ihm geläufig. So scheute er sich nicht, in seiner Dissertation eine Reimzote als Beispiel zu zitieren. Wie schon erwähnt, musste er den Text seiner Dissertation kürzen. Das für ihn Naheliegendste war, die «kinästhetisch-optischen Beziehungen und die Symbolik» auszulagern ([5], S. 120). Daraus resultierte die Arbeit «Reflexhalluzination und Symbolik» [9]. Was er in seiner Dissertation beiläufig erwähnt, wird in dieser Arbeit näher ausgeführt. Im einleitenden Satz heisst es dort:

«Bei einer Untersuchung über Reflexhalluzinationen, die nächstens publiziert werden soll, sind mir verschiedene auf psychoanalytische Mechanismen, besonders auf die Symbolik sich beziehende Tatsachen aufgefallen, die hier zusammengefasst seien. Besonders kommen in Betracht die optisch-kinästhetischen und kinästhetisch-optischen Reflexhalluzinationen, die ich als ‹synkinetische Halluzinationen› zusammenzufassen versuchte» ([9], S. 121).

Welch eminente Rolle Rorschach den «Komplexen» zumisst, zeigt er anhand der Traumtheorien von Sigmund Freud (1856‒1939) und John Mourly Vold (1850‒1907), auf dessen «experimental-psychologische Untersuchungen» er vermutlich durch die Lektüre von Freuds «Die Traumdeutung», die er in der dritten Auflage [10] besass, aufmerksam wurde. Vold versuchte, den Trauminhalt physiologisch zu erklären. In einer gross angelegten Studie untersuchte er experimentell erzeugte Träume, wobei ihn vor allem die Wirkung «kutan-motorischer» Reize während des Schlafes (Fixierung von Gliedern in bestimmten Stellungen, Tragen von Handschuhen etc.) interessierten. Er kam zum Schluss, dass solche experimentell erzeugten Empfindungen einen wichtigen Einfluss auf die Traumbilder haben. Die Ergebnisse erschienen posthum in einem zweibändigen Werk [11].

Bei Vold werden die experimentell erzeugten «kutan-motorischen Empfindungen», die Rorschach etwas frei als «Kinästhesien» interpretiert, in Traumbilder (Vold nennt diese «Momente») übersetzt. Auf welch «interessante Weise Voldsche und Freudsche Traumanalyse sich ergänzen», erläutert er folgendermassen: «In letzter Instanz entscheiden […] Komplexe über die Gestaltung des Traumes; unter den Ausdrucksmitteln spielen die grösste Rolle die Symbole […]». Aktiviert werden diese «oft durch somatische Reize; so entstehen die ‹Momente› Volds.» Diese Arbeitsteilung bringt er auf die kurze Formel: «Die Voldschen Momente sind ein Teil des Baumaterials, die Symbole die Arbeiter, die Komplexe die Bauführer, die Traumpsyche der Baumeister des Gebäudes, das wir Traum nennen» ([9], S. 125).

Die «Traumanalysen» von Freud und Vold sind für Rorschach durchaus kompatibel. Nimmt man die Dissertation und seine Arbeit «Reflexhalluzination und Symbolik» als Einheit, die sie ursprünglich waren, so wird deutlich, dass es für ihn selbstverständlich war, Physiologie und Psychoanalyse zu verbinden. Aufschlussreich ist in dieser Hinsicht Rorschachs Arbeit «Analyse einer schizophrenen Zeichnung» [12], die dem Münsterlinger Patienten O. Z. gewidmet ist. Dieser war während mehrerer Monate bei Rorschach in «Analyse». Der gleiche Patient figuriert in der Dissertation als «Beispiel von Pseudohalluzination, das sowohl Reflexhalluzinationen im engeren Sinn als auch Reflexhalluzinationen auf assoziativer Grundlage, beide in inniger Verquickung, aufweist» ([2], S. 22). Wie wichtig Rorschach die «Kinästhesien» waren, zeigen die vielen Beispiele aus eigenem Erleben und der Schlusssatz in der Dissertation: «Vielleicht wird manchem Leser meine Beleuchtung der reflexhalluzinatorischen Vorgänge subjektiv erscheinen, z. B. einem Akustiker, da diese Arbeit von einem in erster Linie motorischen, in zweiter optischen Typus geschrieben ist. Aber auch die Astronomen müssen sich mit ‹persönlichen Gleichungen› auseinandersetzen» [ibid., S. 47]. Die «Kinästhesien» dürften die eigentliche Keimzelle für seine experimentelle Arbeit zur Wahrnehmung und Auffassung von «Zufallsformen» gewesen sein, die er fünf Jahre später in Angriff nahm.

Die «Psychodiagnostik»

Ende 1917 nahm Rorschach seine in Münsterlingen begonnenen Klecksversuche wieder auf. Im folgenden Sommer war er soweit, eine Publikation der Versuchsergebnisse im «Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie» ins Auge zu fassen. Sorgen machten ihm allerdings die Reproduktionskosten für die «Klexographien», die zu seiner «Arbeit über Wahrnehmung und Auffassung bei Gesunden und Kranken»gehören.11

Constantin von Monakow reagierte wohlwollend auf Rorschachs Anliegen, machte ihn aber darauf aufmerksam, dass die Reproduktionskosten für die «Figuren» wegen der Kriegslage dem Autor «überbunden» werden müssten, was sich Rorschach nicht leisten konnte. Monakow zeigte sich verständnisvoll: «Ich begreife vollkommen, dass es Sie nicht gelüstet, von Ihrem bescheidenen Gehalt ansehnliche Summen für die Reproduktion von Tafeln, die Sie mühsam hergestellt haben, auszuwerfen.» Aber es gebe Auswege: «Abgesehen der von mir begründeten bescheidenen wissenschaftl. Stiftung, besteht eine recht an Mitteln kräftige, die der Zürcher Universität gehört. Es ist das die wissenschaftliche Stiftung der Universität (Präsident Prof. Egger)» 12. Rorschach bedankte sich ein paar Tage später für das Angebot. Bevor er eine Eingabe an diese Stiftung richte, möchte er aber die Arbeit, sobald sie fertig sei, ihm zur Durchsicht schicken ([5], S. 148). Auf Vermittlung von Walter Morgenthaler fand sich dann der Verleger Ernst Bircher zur Reproduktion der Tafeln bereit, und das ohne Kostenfolge für Rorschach. Die Arbeit erschien im Frühsommer 1921 mit dem Titel: w«Psychodiagnostik: Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen). Mit dem zugehörigen Test bestehend aus zehn teils farbigen Tafeln»13 [3].

Die Versuchsanordnung ist simpel: Der Versuchsperson werden in festgelegter Reihenfolge zehn Tintenkleckse vorgelegt mit der einfachen Frage «Was könnte dies sein?». Die Aufgabe besteht darin, in den «unbestimmt geformten Figuren» etwas zu entdecken, das eine Ähnlichkeit mit etwas Bekanntem hat. Der visuelle Reiz, gepaart mit der Frage «Was könnte das sein?», löst in der Versuchsperson einen inneren Suchvorgang aus: Die Suche nach einem «Erinnerungsbild», das der «Zufallsform» des Kleckses als Ganzem, oder einzelnen Teilen, möglichst ähnlich ist. Dies impliziert eine bewusste, aktiv strukturierende Anstrengung, Rorschach nennt es «Angleichungsarbeit», die als solche «intrapsychisch wahrgenommen» werde, und deshalb der «Wahrnehmung den Charakter der Deutung» gebe. Was hier als «Deutung» bezeichnet wird, hat nichts mit «Deutung» im psychoanalytischen Sinn zu tun, sondern ist nach Rorschach ein «Sonderfall der Wahrnehmung» ([3], S. 5-6). Eugen Bleulers Einfluss ist unverkennbar. Dieser ging so weit, die gewöhnliche Wahrnehmung als «Deutung» zu bezeichnen: «Wir glauben mit den Sinnen eine Gaslampe wahrzunehmen, während wir in Wirklichkeit nur Helligkeits- und Formunterschiede empfinden, die wir mit Hilfe der früher gesammelten Erinnerungsbilder als Lampe deuten.» ([13], S. 315)

Die von der Versuchsperson gegebene «Deutung» ist das Resultat ihrer Bemühungen, in ihrem «Erinnerungsschatz» etwas zu finden, das der Vorlage möglichst nahekommt. Aber das Resultat als solches interessiert eigentlich gar nicht, denn beim Versuch geht es im Grunde genommen nicht darum, was die Versuchsperson sieht, sondern vielmehr, wie das Resultat zustande gekommen ist. Die eigentliche Frage lautet: Nach welchen Prinzipien funktioniert Wahrnehmung im Fall von amorphen visuellen Vorlagen («Zufallsformen»)?

Konsequenterweise ist bei der Auswertung der protokollierten «Deutungen» das Wesentliche nicht, was die Versuchsperson in die Kleckse «hineingedeutet» hat, sondern wie diese wahrgenommen und gedeutet wurden. Dabei betreffen die Fragestellungen in erster Linie «formale Prinzipien des Wahrnehmungsvorganges» ([3], S. 168). Diese basieren auf einem naturwissenschaftlichen, der Objektivität verpflichteten Ansatz und determinieren die Validität und Reliabilität der Ergebnisse. Um die drei wichtigsten Determinanten zu nennen: Ist die «Deutung» einzig durch die Form der Vorlage determiniert? Ist sie durch die Farbe der Vorlage mitbeeinflusst? Stellt sich die Versuchsperson das gesehene Objekt in Bewegung vor, das heisst haben kinästhetische Erinnerungsbilder die «Deutung» mitbestimmt? Grob vereinfacht lässt sich sagen: «Formantworten» (F) sind zum grossen Teil eine Funktion des Bewusstseins, sie «repräsentieren» das «disziplinierte Denken». «Farbantworten» (Fb) haben mit emotionaler Resonanz zu tun, sie sind «die Repräsentanten der Affektivität». Die «Bewegungsantworten» (B) hängen mit Introversionsfähigkeit und Kreativität zusammen, sie sind «die Repräsentanten der Innerlichkeitsarbeit».

Die Frage, ob eine «Deutung» als F oder als B zu bestimmen ist, «fällt [zuweilen] schwer», und ist nach Rorschachs Ansicht die «heikelste des ganzen Versuchs. Hier am meisten wird die persönliche Gleichung des Untersuchers, je nach dessen eigenem Vorstellungstypus, fälschend wirken. Im schlimmsten Falle müsste auch hier eine Art von statistischem Verfahren eingeschlagen werden, um falsche subjektivistische Analogieschlüsse zu vermeiden, nur würde durch allzu schematische Rubrizierung auch mancher richtige subjektivistische Analogieschluss zum voraus erwürgt» ([3], S. 15). Rorschach betont, dass bei der Auswertung der «sachliche Inhalt der Deutungen erst in letzter Linie in Betracht [komme].» Es gelte vielmehr, «in die Funktion der Wahrnehmung und Auffassung Einblicke zu erhalten». Dann doppelt er gleich nach: «Die Untersuchung geht in erster Linie auf das Formale aus» [ibid., S. 7].

Aus der Häufigkeit der drei Wahrnehmungsarten Form, Farbe und Bewegung und vor allem aus ihrem gegenseitigen Verhältnis untereinander lässt sich auf grundlegende Persönlichkeitszüge schliessen. Von besonderer Bedeutung ist das Verhältnis von Bewegungs- und Farbantworten zueinander; es «erlaubt wesentliche differentielle Schlüsse und gewisse Vorstösse ins Generelle» ([3], S. 63). Entscheidend ist dabei die Frage, ob die Bewegungs- oder die Farbantworten zahlenmässig überwiegen. Die Befunde der Versuchspersonen mit überwiegenden Kinästhesien und derjenigen mit überwiegenden Farbantworten zeigen, dass «zwischen den überwiegend Kinästhetischen und den überwiegend Farbensehenden» [ibid., S. 69] charakteristische Unterschiede bestehen in Bezug auf Merkmale wie Affektivität, Produktivität, Motilität, Rapportfähigkeit, Verhältnis zur Aussenwelt und Anpassungsfähigkeit an die Realität.

Daraus ergeben sich «zwei verschiedene Typen», die sich in qualitativer Hinsicht unterscheiden. Der Typus mit überwiegenden Kinästhesien entspricht «demjenigen Menschenbilde, für das sich im Sprachgebrauche […] die Bezeichnung ‹introvertiert› eingebürgert hat» ([3], S. 72). «Dem ‹Introvertierten› stellt der Sprachgebrauch den ‹Extravertierten› gegenüber» [ibid., S. 74]. Dieser entspricht im wesentlichen dem Typus mit überwiegenden Farbantworten. «Das Verhältnis der Bewegungs- und Farbmomente zu einander repräsentiert das Verhältnis der introversiven […] zu den extratensiven […] Momenten einer Versuchsperson […]. Dieses Verhältnis lässt sich als ‹Erlebnistypus› bezeichnen.» Rorschach unterscheidet vier Erlebnistypen: den «introversiven» (Vorherrschen der kinästhetischen Antworten), den «extratensiven» (Vorherrschen der Farbenantworten), den «koartierten» (starkes Zurücktreten der Bewegungs- und der Farbenmomente) und den «ambiaequalen» (zahlreiche kinästhetische und ebenso zahlreiche Farbantworten) [ibid., S. 168‒9]. Wenn wir wissen, wie stark ausgeprägt bei einer Versuchsperson die «introversiven» und die «extratensiven Momente» sind und in welchem Verhältnis diese zueinander stehen, «so wissen wir von der Versuchsperson sehr viel. Wir wissen nicht, was sie erlebt, aber wie sie erlebt. […]. Wir kennen nicht ihre Erlebnisse, aber ihren Erlebnisapparat, mit dem sie die Erlebnisse von innen und aussen empfängt, und mit dem sie die Erlebnisse der ersten Verarbeitung unterwirft. […] Kinästhesien und Farbenzuflüsse zur Wahrnehmung [repräsentieren] die allerwesentlichsten Bestandteile des Erlebnisapparats [...]. Das Verhältnis der B- zu den Fb-Zahlen» lässt sich demzufolge «als Ausdruck desErlebnistypuseiner Versuchsperson auffassen.» [ibid., S. 78]. Auf eine Kurzformel gebracht: «Der Erlebnistypus [bedeutet] nur Form, nicht Inhalt, nur Apparat, nicht Aktion» [ibid., S. 169]. Die formalen Determinanten Form, Farbe und Bewegung bilden das Grundprinzip für die Auswertung der von den Versuchspersonen genannten «Deutungen» und für den «Erlebnistypus.» Die dabei rein zahlenmässig gewonnenen Ergebnisse werden mit qualitativen Befunden unterfüttert.

Nach der Lektüre der «Psychodiagnostik» schrieb Ludwig Binswanger (1881‒1966) am 5. Januar 1922 in einem ausführlichen Brief an Rorschach: «Am meisten Freude hat mir die ruhige und klare Durchführung der rein naturwissenschaftlichen Methode gemacht und die Erkenntnis der Grenzen dieser Methode, wie sie insbesondere in dem Begriff der Erlebnistypen und der klaren Scheidung von dem Erlebnisapparat und dem Leben des Einzelnen zum Ausdruck kommt. Ich hoffe, Ihre Arbeit in meinem Buche14 noch als Beispiel einer besonders klaren Anwendung der Naturwissenschaft des Seelenlebens anführen zu können» ([5], S. 392).

Um allfälligen Missverständnissen zuvorzukommen, stellt Rorschach klar ([3], S. 114):

«Deutungen, die unbewusste, verdrängten affektgeladenen Komplexen entstammende Inhalte ans Tageslicht bringen [seien] auffallend selten. […] Als Methode, um ins Unbewusste einzudringen, kommt der Versuch […] nicht in Betracht; zum mindesten steht er hinter den andern tiefenpsychologischen Methoden, Traumdeutung, Assoziationsexperiment etc. weit zurück. Dies ist aus dem Grunde verständlich, dass der Versuch ja nicht ein Frei-aus-dem-Unbewussten-schaffen hervorbringt, sondern eine Anpassung an gegebene äussere Reize verlangt, eine Aktion der ‹fonction du réel›.»

In seinen ausführlichen «Bemerkungen zu Hermann Rorschachs ‹Psychodiagnostik›» schreibt Binswanger: «Man ist versucht, zu glauben, den Psychoanalytiker Rorschach hätte es in erster Linie reizen müssen, den Inhalt der Klecksdeutungen zu analysieren […]. Es zeugt aber von der Beweglichkeit und Weite seines Geistes, dass er sehr rasch erkannt hat, dass das rein ‹Formale’ des Versuches, wie er sich ausdrückt, zu viel bedeutungsvolleren Ergebnissen führen musste» [14].

Was haben Dissertation und «Psychodiagnostik» gemeinsam und was unterscheidet sie?

Den beiden Arbeiten ist die Frage gemeinsam, wie bestimmte Wahrnehmungen zustande kommen. In beiden spielen «Kinästhesien» eine elementare Rolle.

Unterschiedlich sind Material und Methoden. In der Dissertation ist das Material ein Sammelsurium von «reflexhalluzinatorischen Phänomenen» bei denen jeweils unterschiedliche «Sinnesmodalitäten» beteiligt sind. Rorschach versucht, das vielfältige Material zu ordnen, indem er die inhaltlichen und formalen Beziehungen zwischen den beiden Komponenten dieser Phänomene untersucht mit dem Ziel, einen möglichen Beitrag zur Theorie der Reflexhalluzinationen und im Weiteren zur Diagnostik zu leisten. 43 «Beobachtungen» dienen zur Illustration der «reflexhalluzinatorischen Phänomene». Zahlen kommen in dieser Arbeit keine vor. Ganz anders in der «Psychodiagnostik». Das Material besteht aus Befunden von insgesamt 405 gesunden und kranken Versuchspersonen aus einer experimentellen Untersuchung mit visuellen Reizen. Das Grundprinzip für die Auswertung bilden formale, das heisst messende und rechnende Methoden. Diese werden mit qualitativen Verfahren kombiniert. Das Schwergewicht liegt auf formalen Fragestellungen, der Inhalt ist marginal.

Bemerkenswert ist der unterschiedliche Stellenwert der Psychoanalyse. In der Dissertation wird ihre Bedeutung für die Erklärung der untersuchten Phänomene fraglos vorausgesetzt. In der «Psychodiagnostik» werden mögliche Beziehungen zwischen dem «Formdeutversuch», wie Rorschach sein «wahrnehmungsdiagnostisches Experiment» später nennen wird, und der Psychoanalyse explizit erörtert – und weitgehend negiert.

Eine neue Seite des Formdeutversuchs

Dank Kollegen wie Emil Oberholzer (1883‒1958), Eugen Bleuler und anderen, die Rorschachs Formdeutversuch mit ihren Patienten und Angehörigen durchführten und ihm die protokollierten Antworten zur Auswertung und Interpretation zuschickten, konnte Rorschach seine Forschungsarbeit auf Personengruppen ausdehnen, die in der ländlichen Klinik in Herisau nicht vertreten waren. Das führte zur Weiterentwicklung seines Experiments, vor allem hinsichtlich Auswertung der Befunde und Art der Interpretation.

In einem Vortrag [4], den er wenige Wochen vor seinem Tod in der Versammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse hielt, demonstrierte er dies an einem Einzelfall. Es handelt sich um einen Analysanden von Oberholzer, der ihm die protokollierten Antworten des Probanden zur «Blinddiagnose» geschickt hatte15. Auf Rorschachs sehr detailreichen Ausführungen kann hier nicht eingegangen werden. Es muss genügen, seine daraus gewonnenen Einsichten kurz zusammenzufassen: Die Inhalte der Deutungen finden nun mehr Beachtung. Sie «können» bedeutungsvoll sein – «bedeutungsvoll vor allem durch die Beziehungen, die zwischen ‹Form› und Inhalt, zwischen dem Formalen und dem Inhaltlichen der Wahrnehmungen bestehen.» ([4], S. 264) Allerdings geht es auch hier nicht um die Deutung des Inhalts als solchem; die Inhaltsdeutung ist immer eng verbunden mit der Frage, ob die formalen Faktoren Form, Farbe oder Bewegung die jeweilige Deutung beeinflusst haben. Die formalen Faktoren Form-, Farb- und Bewegungsdeutungen weisen eine unterschiedliche Nähe zum Unbewussten auf. Die Bewegungs- und die Farbdeutungen stehen dem Unbewussten näher als die Formdeutungen, die die bewusste Funktion, das «disziplinierte Denken» repräsentieren [ibid, S. 262]. Der Anteil des Unbewussten an den Formdeutungen ist «unendlich viel kleiner als an den kinästhetischen und den Farbendeutungen. […] Tief ins Unbewusste hinein lassen die kinästhetischen Deutungen blicken. […] Die Farbendeutungen sind Symbole entsprechend den Symbolen des Traumes, und sie meinen im Unbewussten anderes, verraten aber die gewaltige Affektbeziehung dieses anderen, nämlich des latenten Inhalts. […] Aus diesen rein empirisch gewonnenen Feststellungen [sollten sich] für eine Theorie der Zusammenhänge zwischen den Systemen des Bewussten und des Unbewussten wesentliche Beiträge finden lassen» [ibid, S. 272‒73]. Damit ist erneut eine Brücke zur Psychoanalyse geschlagen, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass sich Rorschach in einer Zwickmühle befand.

Zwischen Stuhl und Bank

Dass er sich mit seinem Experiment zwischen zwei Fronten befand, war Rorschach schon zum Zeitpunkt des Erscheinens der «Psychodiagnostik» bewusst. So schrieb er am 18. Juni 1921 seinem deutschen Kollegen G. A. Roemer (1892‒1972): «Mir ist es bis jetzt nicht grad gut gegangen. Die Arbeit ist aus zweierlei psychologischem Denken entstanden, analytischem und fachpsychologischem. Nun ist die Folge, dass der Fachpsychologe sie als zu analytisch empfindet, und der Analytiker vielfach darum nichts davon versteht, weil er am Inhalt der Deutungen kleben bleibt und keinen Sinn für das Formale hat» ([5], S. 351). Kritik kam vor allem vonseiten der experimentell ausgerichteten deutschen Psychologen und Psychiater, was Rorschach wohl mehr schmerzte als die Begriffsstutzigkeit vonseiten der Psychoanalyse.

Kein Wunder, dass sich Rorschach zunehmend die Frage stellte, wo er «Anschluss» suchen, in welche Richtung er gehen sollte. So gesteht er Ludwig Binswanger freimütig: «Ich bin aber noch gar nicht im reinen darüber, wo ich Anschluss ergreifen werde. Manches zieht mich zu Monakow, aber ich sehe wohl ein, dass dort kein geeigneter Weg ist, aus meiner Sorte Autismus herauszukommen, und dass ich daneben andere Wege gehen muss» ([5], S. 405). Eine von ihm auf Ende April / Anfang Mai 1922 ins Auge gefasste Fahrt nach Wien [ibid., S. 420] ist im Kontext dieser Unschlüssigkeit zu sehen. Die neusten, «rein empirisch» gewonnenen Einsichten drängten geradezu auf eine Kontaktnahme mit Freud. Das Ziel dürfte gewesen sein, Freud mit dem «Formdeutversuch» bekannt zu machen und mit ihm dessen potenziellen Nutzen für eine «Theorie der Zusammenhänge zwischen den Systemen des Bewussten und des Unbewussten» zu erörtern. Rorschach zog aber auch Optionen in entgegengesetzter Richtung in Betracht. So heisst es in einem Brief vom 9. Januar 1922 an Roemer: «Allerdings lockt es mich am meisten, die Angleichung nicht an die Psychologien der Fachpsychologie, sondern – mindestens gleichzeitig – an die biologische Richtung der Monakowschen Schule zu vollziehen, wohin mich nicht nur die eigene Anlage, sondern auch viele Tatsachen drängen» [ibid., S. 398]. Ebenso wichtig war ihm aber auch ein verstehender Zugang zum seelischen Erleben des einzelnen Menschen. Rorschach blieb nicht genügend Zeit für eine Entscheidung; er starb, ganz unerwartet, acht Monate nach Erscheinen der «Psychodiagnostik».

Kontroversen um den wissenschaftlichen Status des Rorschach-Verfahrens

Ernst Kretschmer (1888‒1964), einer der ersten Rezensenten der «Psychodiagnostik», schloss seine im Grossen und Ganzen wohlwollende Besprechung mit der Bemerkung, Rorschachs Methode sei «nicht streng experimentell, sofern sie zahlreiche subjektive Abschätzungen enthält» ([15], S. 399). In Kretschmers Bemerkung, dass Rorschachs Methode etwas Subjektives anhafte, klingt bereits die spätere Auseinandersetzung um den wissenschaftlichen Status des Rorschach-Verfahrens an. Am vehementesten wurde in den USA gestritten. 1939 hatte Lawrence K. Frank (1890‒1968) den Begriff «Projektive Methoden» für eine Vielzahl von Techniken eingeführt, die Versuchspersonen mit mehrdeutigen Stimuli konfrontierten; prominentestes Beispiel war die Rorschach-Methode. Die projektiven Methoden gewannen rasch an Boden und wurden zunehmend in Zusammenhang mit psychodynamischen Theorien gebracht.

In den 60iger und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts formierte sich bei Psychologen, die sich strengen psychometrischen Grundsätzen verpflichtet fühlten, zunehmend Widerstand, was zu einer bitteren und lang anhaltenden Kontroverse und einem Schisma unter den Psychologen führte. Man zog in Erwägung, psychologische Tests in zwei Kategorien einzuteilen: «Objektive» und «projektive», was implizit hiess, dass Erstere fundamentalen Messkriterien entsprechen, während diese bei projektiven Verfahren fehlen und die Ergebnisse subjektiv interpretiert werden. Insbesondere das Rorschach-Verfahren geriet ins Visier der Kritiker; der Vorwurf lautete: Mangel an Naturwissenschaftlichkeit.

1974 publizierte der Psychologe John E. Exner (1928‒2006) sein «Rorschach Comprehensive System» (CS). Das CS integrierte sehr unterschiedlichen Systeme, die in den Jahren 1936-1957 von Samuel J. Beck (1835‒1906), Bruno Klopfer (1900‒1971), Marguerite R. Hertz (1899‒1992), Zygmunt A. Piotrowski (1904‒1985) und David Rapaport (1911‒1960) / Roy Schafer (1922‒2018) entwickelt worden waren. Es wurde in der Folge mehrmals überarbeitet. 2003 erschien die vierte und letzte von Exner besorgte Neuauflage. Zahlreiche quantitative Skalen dienten als Richtlinie für die Durchführung des Tests und die Codierung der Antworten, was bedeutend robustere psychometrischen Grundlagen zur Folge hatte. Neben Exners CS existierten weitere, gut fundierte Skalen zur Quantifizierung von formalen und inhaltlichen Daten. Trotz bedeutend verbesserter psychometrischen Eigenschaften wurde das CS und mit ihm auch alle anderen Rorschach-Verfahren infrage gestellt. Die Kontroverse um deren Nutzen begann 1995 und artete in den folgenden zehn Jahren zu einem regelrechten Konflikt aus, der die klinischen und forensischen Psychologen vor die Frage stellte, ob sie den Rorschach-Test weiterhin benutzen konnten.

2005 sah sich die Society for Personality Assessment genötigt, eine offizielle Stellungnahme zum Status «des Rorschach» zu publizieren. Darin wird diesem attestiert, dass seine Reliabilität und Validität mit derjenigen anderer, allgemein akzeptierter Verfahren zur Persönlichkeitsbeurteilung vergleichbar und ein verantwortungsvoller Gebrauch der Methode zweckmässig und gerechtfertigt sei [16].

Was für Schlüsse lassen sich aus Rorschachs Arbeiten und Korrespondenz ziehen?

Rorschachs Hin- und Hergerissensein zwischen Naturwissenschaft und Psychoanalyse ist nicht nur Ausdruck seiner persönlichen Situation. Sein Zwiespalt widerspiegelt auch die unterschiedlichen Strömungen in der Psychiatrie und Psychologie. In beiden standen sich die gleichen Lager gegenüber: Auf der einen Seite die Verfechter eines naturwissenschaftlich orientierten, der Objektivität verpflichteten Ansatzes, die mit Hilfe von messenden und rechnenden Methoden allgemeine Gesetzmässigkeiten aufzufinden hofften. Auf der andern Seite die Anhänger der in der Tradition Wilhelm Diltheys (1833‒1911) verankerten geisteswissenschaftlichen Ansätze, die «naturwissenschaftliche» Verfahren für die Erforschung des Menschen ablehnten und für einen verstehenden, auf die Einmaligkeit des einzelnen Individuums gerichteten Zugang plädierten. Wie die Kontroversen um den wissenschaftlichen Status des Rorschach-Verfahrens in den USA zeigen, befeinden sich die beiden Lager bis heute. Dabei entspricht die Verbindung von Formalem und Hermeneutischem, die das Rorschach Formdeutverfahren vor allen andern psychodiagnostischen Verfahren auszeichnet, genau dem State of the Art in der Forschung, das ein «Mixed Methods Research Design» von quantitativer und qualitativer Methodik fordert. Die Anwendung von ausschliesslich quantitativen oder ausschliesslich qualitativen Verfahren hat ihre je eigenen Schwächen. «Mixed Methods Research» basiert auf der Annahme, dass die Kombination der beiden Herangehensweisen die Schwächen der einzeln angewandten Ansätze ausgleicht, und damit ein besseres Verständnis von Forschungsproblemen ermöglicht.

Rorschach hatte kein Problem, die menschliche Psyche mit naturwissenschaftlichen Verfahren zu erforschen und gleichzeitig Freuds hermeneutische Methode der Sinnfindung anzuwenden. Das schönste Zeugnis seiner hermeneutischen Ader ist die bereits erwähnte Arbeit «Analyse einer schizophrenen Zeichnung» [12]. Dass bei diesem Sowohl-als-auch das pluralistische Denken seines Doktorvaters eine grosse Rolle spielte, liegt auf der Hand, und war Rorschach durchaus bewusst: «Dass die ganze psychiatrische Auffassung und die psychologische Denkweise auf die Einflüsse Bleulers und seiner Schriften zurückgeht, ist natürlich richtig» ([5], S. 349). Dass Rorschach dafür so empfänglich war, lag aber auch an seinen persönlichen Neigungen, die in Bleulers Denken eine Entsprechung fanden. Bleuler war für ihn ein Glücksfall.

Das grosse Gewicht, das Rorschach in seinem Formdeutversuch dem «Formalen» zumass, ist ohne Zweifel seiner Neigung zur Naturwissenschaft geschuldet, und diese wiederum seinem Vater. Ulrich Rorschach (1853‒1903), ursprünglich Flachmaler, bildete sich später an der Kunstgewerbeschule in Zürich zum Zeichenlehrer aus. Er hinterliess einen 95-seitigen, mit Zeichnungen illustrierten handschriftlichen Entwurf mit dem Titel «Formkunde» [17]. Es handelt sich um eine veritable Abhandlung, geschrieben von einem, der die Natur in all ihren Formen genau studierte, seien es Himmelskörper, Schneckengehäuse, Wolken oder der Natur abgeschaute Artefakte wie Bauwerke, Behältnisse, Ornamente. Dabei schöpfte er aus einem beachtlichen Fundus von naturkundlichem, ethnografischem und religionsgeschichtlichem Wissen. Überall sah er «natürliche Formgesetze» walten. Es sind dies «Rhythmus», «Richtung» und «Proportionalität». Diese «beherrschen aber nicht nur das sinnlich wahrnehmbare Formgebiet; sie walten auch im Reiche des Geistes; nach ihnen gestaltet sich unser Denken und Empfinden» [ibid., S. 91]. Der Vater hatte ein Terrain bereitet, auf dem das Denken des Sohnes gedeihen konnte.

Fussnoten

1 Dieser Name hätte Rorschach wahrscheinlich missfallen. Er selber sprach meistens von «Experiment» oder «Versuch». Von «Test» ist eigentlich nur im Zusammenhang mit den zehn Kleckstafeln die Rede.

2 Hermann Rorschachs Nachlass befindet sich im Rorschach-Archiv, Institut für Medizingeschichte, Bern, http://www.img.unibe.ch/dienstleistungen/rorschach_archiv/index_ger.html. Sämtliche Bestände des Rorschach-Archivs sind im Verbundkatalog Handschriften – Archive und Nachlässe (HAN) erschlossen https://aleph.unibas.ch/F/?func=option-update-lng&file_name=find-b&p_con_lng=GER&local_base=rorschach.

3 Zur Zeit der Drucklegung von Rorschachs Briefwechsel (2004) waren viele Briefe noch im Besitz von Rorschachs Erben und deshalb nicht zugänglich.

4 Chefarzt war von 1905-1912 Ulrich Brauchli (1862-1939), dann Hermann Wille (1868-1958).

5 Es handelt sich um einen 1911 verstorbenen Patienten der Klinik. Es ist durchaus denkbar, dass sich Rorschach mit dieser Arbeit, im Hinblick auf seine geplante Übersiedelung nach Russland, die Option für eine Anstellung in der Hirnanatomie oder Neurologie offenhalten wollte.

6 Grigorij Ivanovič Rossolimo (1860-1928).

7 Jurij Vladimirovič Kannabich war leitender Arzt in Krjukovo bis 1916.

8 Die Broschüre befindet sich im Rorschach-Archiv; Rorsch HR 1:8:3.

9 Damals unter der Leitung von Wilhelm von Speyr (1852-1939).

10 Damals unter der Leitung von Arnold Koller (1874-1959).

11 Es handelt sich um das früheste Manuskript zu Rorschachs Experiment. Rorschach-Archiv; Rorsch HR 3:3:6:1.

12 Unveröffentlichter Brief von C. von Monakow an Hermann Rorschach vom 31.8.1918 (Handschrift). Rorschach-Archiv; Rorsch HR 2:1:12. Die «Stiftung für wissenschaftliche Forschung an der Universität Zürich» wurde 1915 gegründet und existiert bis heute. Sie startete mit einem Vermögen von rund 450›000 Franken. Siehe http://www.researchers.uzh.ch/de/funding/researchers/stwf/portraet.html.

13 Der Haupttitel «Psychodiagnostik» war Rorschach vom Herausgeber Walter Morgenthaler aus werbetaktischen Gründen aufgenötigt worden.

14 Binswanger bezieht sich auf seine 1922 bei Springer publizierte «Einführung in die Probleme der allgemeinen Psychologie». In einer Fussnote auf Seite 343 findet sich ein Lob über die «in naturwissenschaftlicher Hinsicht vorbildlichen Erlebnistypen Rorschachs.»

15 Emil Oberholzer war es denn auch, der Rorschachs Vortragsmanuskript posthum publizierte.

Funding / potential competing interests

No financial support and no other potential conflict of interest relevant to this article was reported.

Correspondence

Lic. phil. Rita Signer, Friedheimweg 47, 3007 Bern, rsigner[at]bluewin.ch

Literatur

1 Signer R, Müller C. Was liest ein Psychiater zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Die Fachlektüre Hermann Rorschachs im Kontext seiner psychiatrischen und wissenschaftlichen Tätigkeit. Schweiz Arch Neurol Psychiatr. 2005;156(6):279–84. doi:. http://dx.doi.org/10.4414/sanp.2005.01623

2 Rorschach H. Über «Reflexhalluzinationen» und verwandte Erscheinungen [Med. Dissertation; Zürich]. Berlin: Julius Springer; 1912. Gleichzeitig erschienen in: Zeitschr Ges Neurol Psychiatr. 1912;13:357-400.

3 Rorschach H. Psychodiagnostik: Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen). Bern und Leipzig: Ernst Bircher; 1921. (Morgenthaler W, Hrsg. Arbeiten zur angewandten Psychiatrie; Bd. 2).

4 Rorschach H. Zur Auswertung des Formdeutversuchs für die Psychoanalyse. Oberholzer E, Hrsg. In: Festschrift für Eugen Bleuler, enthalten in Zeitschr Ges Neurol Psychiatr. 1923;82:240-74.

5 Rorschach H. Briefwechsel. Müller C, Signer R. Hrsg. Bern usw.: Huber; 2004.

6 von Monakow C. Vita mea – mein Leben. Gubser AW, Ackerknecht EH, Hrsg. Bern usw.: Huber; 1970.

7 Rorschach H. Zur Pathologie und Operabilität der Tumoren der Zirbeldrüse. Beiträge zur klinischen. Chirurgie. 1913;83:451–74.

8 Vyrubov NA. Die psychoanalytische Methode von Freud und ihre Bedeutung für die Medizin (kyrillisch). Žurnal nevropatologii i psichiatrii imeni Korsakova (Korsakov'sches Journal für Neuropathologie und Psychiatrie). 2009;1-2.

9 Rorschach H. Reflexhalluzination und Symbolik. Zbl Psychoanal.1912;3(3):121–8.

10 Freud S. Die Traumdeutung. 3. verm. Aufl. Leipzig und Wien: Deuticke; 1911.

11 Vold JM. Über den Traum: experimental-psychologische Untersuchungen. Klemm O, Hrsg. Leipzig: Barth; 1910-1912. 2 Bde.

12 Rorschach H. Analyse einer schizophrenen Zeichnung. Zbl Psychoanal Psychoth.1913;4(1/2):53–8.

13 Bleuler E. Dementia praecox oder Gruppe der Schizophrenien. In: Handbuch der Psychiatrie: spezieller Teil. Leipzig und Wien: Deuticke; 1911.

14 Binswanger L. Bemerkungen zu Hermann Rorschachs. Psychodiagnostik. Int Zeitschr Psychoanal.1923;9:512–23.

15 Kretschmer E. Rorschach, Hermann: Psychodiagnostik. Z Gesamte Neurol Psychiatr. 1921;26:398–9.

16 Society for Personality Assessment. The status of the Rorschach in clinical and forensic practice: an official statement by the Board of Trustees of the Society for Personality Assessment. J Pers Assess. 2005;85(2):219–37. doi:. http://dx.doi.org/10.1207/s15327752jpa8502_16 PubMed

17 Rorschach U. Formkunde [Handschriftl. Manuskript]. Rorschach-Archiv, Inst. für Medizingeschichte, Bern; Rorsch HR 1:7.

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