Editorial

«Körper und Geist vereint, mein Bruder, ist das Rechte.»1

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2019.03078
Publication Date: 11.12.2019
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2019;170:w03078

Bachmann Silke

Das aktuelle Heft wird dem gerecht, was sich SANP auf die Fahnen geschrieben hat: «It fosters dialogue between all institutions and professionals involved in psychiatry and psychotherapy, as well as in neurosciences, throughout Switzerland» und darüber hinaus (Deutschland, England, Amerika). Es wird deutlich, wie thematisch nahe sich neurologische und psychiatrische Fragestellungen kommen können. Darüber lässt SANP nie die Beziehung zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin als Basis aller medizinischen Tätigkeit aus den Augen.

Das aktuelle Heft enthält einen Review-Artikel zu Netzwerkanalysen in «brain imaging» und «neuroscience». Abgehandelt werden anatomische, funktionelle und effektive Konnektivität sowie deren Bedeutung für die Neurowissenschaften. Modelle der effektiven Konnektivität stellen laut Autoren die Fortsetzung der beiden anderen Formen dar. In einem Originalartikel lässt sich nachlesen, dass die französische Fassung des Reaktive-Proaktive-Aggressions-Fragebogens bei Jugendlichen validiert und für einsetzbar befunden wird. Ein Minireview beschreibt kognitive Leistungseinbussen bei gleichzeitigem Vorliegen von Epilepsie mit und ohne komorbide Depression. Den eher methodenlastigen Artikeln wird ein Beitrag über empathischen Umgang mit Delir-Patienten zur Seite gestellt. Der case report dieses Hefts ist wiederum ein neurologischer und befasst sich mit nicht eindeutig zuzuordnenden Tics. In dem Interview mit der Historikerin Marietta Meier werden die klinischen Versuche mit Psychopharmaka, die in Münsterlingen 1940-1980 durchgeführt wurden, thematisiert sowie die von Zeitströmungen abhängigen ethischen Haltungen (und die damit verbundenen Verirrungen). Auch ein Film wird besprochen: «Durchgeknallt» (engl. «Girl, interrupted»), in dem der anderthalbjährige psychiatrische Aufenthalt einer 18-Jährigen von Winona Ryder, Angelina Jolie, Clea DuVall u.a. in Szene gesetzt wird.

1 Molière: Die gelehrten Frauen.

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