Book review

Julia Schellong, Franziska Epple, Kerstin Weidner: Praxisbuch Psychotraumatologie

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2020.03036
Publication Date: 30.01.2020
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2020;171:w03036

Prause Karsten

Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2018.

298 Seiten.

Preis 59.99 EUR.

ISBN 9783132411852.

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Abbildung 1
Buchcover

Das «Praxisbuch Psychotraumatologie» der Herausgeberinnen Schellong, Epple und Weidner steht in der Reihe früherer «Praxisbücher» im Thieme Verlag. Allen gemeinsam sind ihre übersichtliche Gliederung durch Zwischenüberschriften, zusammenfassende, farbig unterlegte Merksätze, Hintergrundinformationen, Fallbeispiele, Zusammenfassungen und verständliche Schaubilder–Algorithmen für diagnostische Schritte in sachlichem Blau-Weiss. Das Format ist mit rund 300 Seiten ansprechend und lädt ein, einzelne Kapitel querlesend «anzubeissen».

Ob man dann kaufend anbeisst hängt auch von der Frage ab, was mit «Praxisbuch» gemeint ist. Ist es ein Therapiemanual, in dem ich verschiedene Traumatherapiemethoden beschrieben finde, z.B. praktische Techniken der Stabilisierung oder Achtsamkeit? Julia Schellong stellt im Vorwort klar: Das «Praxisbuch Psychotraumatolgie» richte sich an Ärztinnen und Ärzte mit verschiedenen somatischen und psychotherapeutischen Schwerpunkten, an Psycholog/-innen, Sozialarbeiter/-innen, Spezialtherapeut/-innen, Hebammen, Pflegekräfte, Jurist/-innen, Angehörige und Interessierte.

Es soll ein Überblicksbuch für den Praxisalltag sein. Dies ist relevant, da Psychotraumatologie in der Psychiatrie sowie den somatischen Fächern, im Umgang mit Geflüchteten immer noch ein Aschenputtel-Dasein führt. Erwähnenswert, wenn auch nicht breitenrelevant, ist das Kapitel zum Thema «Trauma und Militäreinsatz». Ethische Aspekte der prekären Situation von Traumatisierung durch Militäreinsätze werden allerdings kaum thematisiert.

Die eBook-Funktion bringt die üblichen Vorteile des e-Readers, wobei es Fachleuten auch die Möglichkeit bietet, zielsicher auf Grafiken und umfangreiche wissenschaftliche Literatur zuzugreifen. Das Praxisbuch liefert den schnellen Überblick, den Verlag und Autorinnen versprechen und setzt Standards genau für den Bereich, in dem Wissen oft fehlt: im Bereich betroffener Berufsgruppen, die sich im Umgang mit traumatisierten Patientinnen und Patienten allzu oft unsicher fühlen.

Schließlich bietet das Buch in seiner Breite auch für ausgebildete Traumatherapeutinnen Wissenswertes. Zusammenfassend ist es ein ansprechend und verständlich geschriebenes Mehrautorenbuch, das all jenen empfohlen wird, die mit traumatisierten Menschen zu tun haben.

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