Book review

Thomas Hoffmann, Wolfgang Jantzen, Ursula Stinkes (Herausgeber): Empowerment und Exklusion. Zur Kritik der Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung.

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2020.03040
Publication Date: 30.01.2020
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2020;171:w03040

Graf Erich Otto

Giessen: Psychoszioal-Verlag, 2018

Reihe: Dialektik der Behinderung.

409 Seiten

Preis: Euro 44,90.

ISBN: 978-3-8379-2767-2

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Abbildung 1
Buchcover

Das vorliegende Buch umfasst 410 Seiten mit Beiträgen von 19 Autorinnen und Autoren aus Europa und Südamerika. Das Buch ist in drei grosse Bereiche gegliedert, die das vielfältige Material ordnen und gleichzeitig auch verklammern.

Im ersten Teil, der mit den Stichworten «Globalisierung», «Armut» und «Ausgrenzung» versehen ist, wird der weltgesellschaftliche Zusammenhang der Thematik diskutiert. Die acht Beiträge dieses Bereichs thematisieren strukturelle Aspekte von Ausgrenzungsphänomenen aus unterschiedlicher Perspektive.

Im zweiten Teil wird unter dem Stichwort «Empowerment» der Diskurs um die so genannte «Selbstermächtigung» geführt, die immer nur dann relativ erfolgreich sein kann, wo sie gegen die Dispositive der Governance erstritten wird. Beiträge diese Abschnittes diskutieren nicht nur Fragen der Inklusion aus der Perspektive von Behinderungssituationen einzelner Menschen und Menschengruppen, sondern analysieren auch Barrieren und Hürden auf dem Weg von Empowermentprozessen.

Im dritten Teil des Buches kommen unter dem Stichwort «Praxis der Befreiung» Personen und Personengruppen zu Wort, die selbst von Ausgrenzung betroffen waren. Die sechs Beiträge zeigen die massive Erfahrung struktureller und direkter Gewalt, der ausgegrenzte Menschen ausgesetzt sind.

Es ist ein Verdienst der Herausgeber, mit diesem Sammelband das Wagnis eines grossen argumentativen Bogens eingegangen zu sein. Die im Buch versammelten Artikel geben einen weiten Überblick über die schier unendlich gross erscheinende Thematik von Ausgrenzung, Ungleichheit und Unterdrückung. Es wird glücklicherweise auf vorschnelle Synthesen und Lösungen verzichtet, vielmehr wurde gewagt, die Komplexität des gewählten Themas zu zeigen. Das Buch sei allen, die an Fragen von Ausgrenzungsphänomenen interessiert sind, sehr zur Lektüre empfohlen.

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