Review article

Früherkennung und -behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2020.03127
Publication Date: 27.07.2020
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2020;171:w03127

Cavelti Marialuisaa, Kaess Michaelab

a Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universität Bern, Bern, Schweiz

b Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Zentrum für psychosoziale Medizin, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Summary

Early detection of and intervention for borderline personality disorder

Borderline personality disorder is a severe mental disorder that typically appears in adolescence and early adulthood, and interferes with important developmental tasks in this phase of life. If left untreated, it can lead to much suffering and persistent psychosocial impairment for those affected, distress for family members and significant economic costs. Contrary to continuing scepticism, the research findings of the last 20 years show that borderline personality disorder is a valid and reliable diagnosis in adolescence. In addition, the findings of the first randomised controlled trials on the psychotherapeutic treatment of adolescents with subsyndromal or syndromal borderline personality disorder indicate that clinically relevant improvements can be achieved. In the present study, the rationale and evidence for early detection of and intervention for borderline personality disorder in adolescence is presented and compared with the current reality of care.

Keywords: : Borderline personality disorder, early detection and treatment, early intervention, diagnostics, therapy, adolescence, adolescents

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwere psychische Störung, die durch interpersonelle Instabilität, Identitätsstörung, affektive Dysregulation und impulsives Verhalten gekennzeichnet ist. Gemäss der fünften Auflage des amerikanischen «Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders» (DSM) [1] müssen mindestens fünf der insgesamt neun in Tabelle 1 aufgeführten Kriterien erfüllt sein, um die Diagnose vergeben zu können. Während die Prävalenzraten für Erwachsene in der Allgemeinbevölkerung relativ gering sind (1.5% bis 1.6% 2- bis 5-Jahresprävalenz, 5.5% bis 5.9% Lebenszeitprävalenz), sind sie in Patientenpopulationen um ein vieles höher [2]. Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung machen 15% bis 28% der Patienten im ambulanten psychiatrischen Setting, 40% der Patienten im stationären psychiatrischen Setting, 6% der Patienten in der hausärztlichen Versorgung, und 10% bis 15% der Patienten, die die Notfallstation eines Krankenhauses aufsuchen, aus [2]. Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zeigen einen hohen Leidensdruck, haben häufig komorbide psychische und somatische Erkrankungen und weisen eine hohe Suizidrate (8%-10%) auf [2, 3]. Die Angehörigen von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung scheinen im Vergleich zu Angehörigen von Patienten mit anderen psychischen Störungen besonders belastet [4]. Während die Symptome über die Zeit hinweg remittieren, persistieren oftmals schwere Beeinträchtigungen in der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit [57]. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist mit hohen Kosten für die Gesellschaft verbunden, wobei die indirekten Kosten durch Produktivitätsausfall vier Mal höher ausfallen als die direkten, durch die Behandlung verursachten Kosten. Die direkten Kosten sind zu einem grösseren Teil durch das Aufsuchen von Notfallbehandlungen als durch ambulante Therapien verursacht [8, 9].

Tabelle 1

Diagnostische Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung gemäss DSM-5

1Verzweifelte Versuche, tatsächliches oder vorgestelltes Verlassenwerden zu vermeiden
2Muster instabiler und intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, die durch den Wechsel zwischen den Extremen Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet sind
3Identitätsstörung: Durchgängig instabiles Selbstbild
4Impulsives Verhalten in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Verhaltensbereichen (z. B. übermässige Geldausgaben, Substanzmissbrauch, sexuelles Risikoverhalten, Essanfälle, u.a.)
5Wiederholte suizidale Handlungen, Suizidandrohungen oder selbstverletzendes Verhalten
6Affektive Instabilität, zurückzuführen auf eine ausgeprägte Reaktivität der Stimmung
7Chronisches Gefühl der inneren Leere
8Unangemessene, sehr heftige Wut oder Schwierigkeiten, Wut zu kontrollieren
9Vorübergehende, stressabhängige, paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome

Borderline-Persönlichkeitsstörung im Jugendalter

Typischerweise tritt die Borderline-Persönlichkeitsstörung erstmals in der Adoleszenz in Erscheinung, erreicht ihren Höhepunkt im frühen Erwachsenenalter und nimmt über den weiteren Lebenslauf ab [10]. In der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter dominieren «akute Symptome» (z. B. Impulsivität, Selbstschädigung, heftige und unkontrollierbare Wut), die mit zunehmendem Alter abnehmen, während «chronische Symptome» (z. B. innere Leere, interpersonelle Probleme) in späteren Lebensphasen in den Vordergrund treten [11]. Trotz der weitverbreiteten Ansicht, dass Persönlichkeitsstörungen ihren Ursprung in der Kindheit und der Adoleszenz haben, wurde die Vergabe der Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung vor dem 18. Lebensjahr lange Zeit kontrovers diskutiert. Zu den häufig genannten Argumenten gehören, dass Borderline-typische Auffälligkeiten normale Verhaltensweisen von Adoleszenten sind und nicht pathologisiert werden sollten, dass sich die Persönlichkeit von Jugendlichen noch in der Entwicklung befindet und deshalb zu instabil ist, um sie als «abnorm» oder «gestört» klassifizieren zu können, und dass die Jugendlichen vor der stigmatisierenden Etikettierung als Borderline-Patient/in, von welcher langanhaltende negative Konsequenzen (z. B. Verlust des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes) zu erwarten sind, bewahrt werden sollten [12]. Folglich erfolgten Diagnosestellung und Behandlung erst relativ spät im Krankheitsverlauf, wenn typischerweise psychosoziale Folgeerscheinungen bereits zu Tage treten, die sich negativ auf Behandlungserfolg und Prognose auswirken können.

Die Forschungsresultate der vergangen 20 Jahre belegen, dass Skepsis und Zurückhaltung bei der Diagnosestellung im Jugendalter nicht gerechtfertigt sind. Studien fanden, dass sich die Borderline-Persönlichkeitsstörung in der Adoleszenz hinsichtlich der Phänomenologie, Häufigkeit, Struktur und Stabilität kaum von der Borderline-Persönlichkeitsstörung im Erwachsenenalter unterscheidet; dass sie keine normalen pubertären Auffälligkeiten widergespiegelt, sondern, wenn sie unbehandelt bleibt, negative Langzeitfolgen hat; dass sie häufig bis ins Erwachsenenalter persistiert und dass sie genauso zuverlässig in der Adoleszenz wie im Erwachsenalter diagnostiziert werden kann [3, 10, 1214]. Borderline-Symptome im Jugendalter können mit wichtigen Entwicklungsaufgaben dieser Lebensphase interferieren und so zu anhaltenden Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen (z. B. weniger soziale Unterstützung, schlechtere Beziehungsqualität, geringere akademische und berufliche Erfolge, geringere Lebensqualität) führen [1517]. Diese Forschungsbefunde haben dazu geführt, dass die Diagnose im Jugendalter Eingang in nationale Behandlungsleitlinien für die Borderline-Persönlichkeitsstörung und Diagnosesysteme gefunden hat [10, 13, 18] und klinische Interviews und Fragebögen zur Erfassung der Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Jugendlichen entwickelt und validiert wurden [für einen Überblick siehe 14, 19]. Während die Diagnosestellung im Jugendalter gemäss des amerikanischen DSM bereits seit der vierten Revision erlaubt ist, soll dies gemäss der «International Classification of Diseases and Related Health Problems» (ICD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab der bevorstehenden elften Revision möglich werden [20]. Die frühzeitige Diagnosestellung ist eine notwendige Voraussetzung für die Frühbehandlung.

Rationale und Definition der Frühintervention der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Chanen und McCutcheon [3], die Pionierarbeit bezüglich der Frühintervention der Borderline-Persönlichkeitsstörung geleistet haben, fassen die Frühinterventionsprogrammatik für die Borderline-Persönlichkeitsstörung wie folgt zusammen: Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung suchen aktiv Hilfe, machen einen Grossteil der Patienten in der psychiatrischen Versorgung aus und haben eine hohes Risiko für Komorbidität, Morbidität und schwerwiegende und anhaltende psychosoziale Beeinträchtigungen. Darüber hinaus kann die Borderline-Persönlichkeitsstörung früh im Krankheitsverlauf reliabel und valide diagnostiziert werden. Aus dem Erwachsenenbereich sind wirksame psychotherapeutische Behandlungsmethoden bekannt, die teilweise bereits für die Behandlung von Jugendlichen adaptiert wurden [2129]. Schliesslich gelten Persönlichkeitseigenschaften in frühen Lebensphasen als flexibler und damit leichter veränderbar als in späteren Lebensphasen. Zusammenfassend stellt die Adoleszenz ein entscheidendes Zeitfenster für die Frühintervention der Borderline-Persönlichkeitsstörung dar. Insbesondere die psychosozialen Beeinträchtigungen gilt es frühzeitig zu reduzieren oder zu verhindern und somit die Prognose positiv zu beeinflussen. Übergeordnetes Ziel der Frühintervention ist es, positive Entwicklungsverläufe bei den Betroffenen anzustossen, um ein selbstbestimmtes und zufriedenstellendes Leben zu ermöglichen.

Die Frühintervention der Borderline-Persönlichkeitsstörung richtet sich an 1) Personen mit Vorläufer- oder subklinischen Symptomen, und 2) Personen, die erstmals das Vollbild der Störung zeigen. Beim ersten Fall handelt es sich um primäre Prävention mit dem Ziel, subklinische und klinische Risikosymptome möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, schon vorhandene oder sich abzeichnende psychosoziale Beeinträchtigungen zu reduzieren und die Entwicklung des Vollbilds der psychischen Störung zu verzögern oder zu verhindern. Es wird auch von indizierter Prävention gesprochen, da sich dieser Präventionsansatz an Personen richtet, die aufgrund erster Symptome und Beeinträchtigungen Leidensdruck aufweisen und von sich aus Hilfe aufsuchen. Beim zweiten Fall handelt es sich um sekundäre Prävention mit dem Ziel, die Dauer der unbehandelten Störung zu reduzieren, eine möglichst rasche Remission der Symptome zu erreichen und sekundäre Behinderungen zu verhindern [30].

Es wurden verschiedene Risikofaktoren für die Entwicklung der Borderline-Persönlichkeitsstörung identifiziert: biologische (z. B. genetische Prädisposition, Dysfunktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, Abweichungen in den orbitofrontalen und anterioren cingulären Cortices), umgebungsbedingte (z. B. niedriger sozioökonomischer Status, Psychopathologie der Mutter, dysfunktionale Eltern-Kind-Beziehung, negative Kindheitserlebnisse, Mobbing durch Gleichaltrige) und individuelle (z. B. negative Affektivität und Impulsivität, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, oppositionelles und dissoziatives Verhalten, Substanzmissbrauch, Ängste, Depressionen oder nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten in der Kindheit oder im frühen Jugendalter) [15, 31, 32]. Für alle diese Risikofaktoren gilt jedoch, dass es ihnen an Spezifität für die Vorhersage der Borderline-Persönlichkeitsstörung mangelt. Subsyndromale Borderline-Symptome, also das Vorliegen von einem bis vier DSM-5-Kriterien, haben sich bisher als der beste Prädiktor für die Entwicklung des Vollbilds der Borderline-Persönlichkeitsstörung erwiesen, und stellen deshalb aktuell den Hauptansatzpunkt für die Frühintervention dar [3, 14, 31].

Die Behandlung von Jugendlichen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist nicht in jedem Falle mit Frühintervention gleichzusetzen. Auch Jugendliche, die sich erstmals in Behandlung begeben, können unter einer seit mehreren Jahren bestehenden Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, die einer chronischen Erkrankung im Erwachsenenalter ähnlich ist. Das Behandlungsangebot sollte sich nicht primär am Alter der betroffenen Person, sondern am Krankheitsstadium orientieren. Es handelt sich nur dann um Frühintervention für die Borderline-Persönlichkeitsstörung, wenn die Betroffenen subsyndromale Symptome oder eine Erstmanifestation aufweisen, und zwar unabhängig davon, ob sie noch minderjährig sind oder das 18. Lebensjahr bereits erreicht haben [13].

Komponenten der Frühintervention der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Ambulante Psychotherapie ist Hauptbestandteil der Frühbehandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Verschiedene Therapieverfahren, die sich bei Erwachsenen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung als wirksam erwiesen haben, wurden für die Anwendung bei Jugendlichen mit Symptomen oder einer Erstmanifestation der Störung angepasst. Zu den im Jugendalter untersuchten Therapieverfahren zählen die Kognitiv-Analytische Therapie (Cognitive Analytic Therapy; CAT) [23], das Emotionsregulationstraining (Emotion Regulation Training, ERT) [28, 29], die Mentalisierungsbasierte Therapie (Mentalization-Based Treatment, MBT) [21, 27] und die Dialektisch-Behaviorale Therapie für Adoleszente (DBT-A) [22, 2426]. Untersuchungen zur medikamentösen Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung im Jugendalter sind weitgehend ausstehend, wobei die Befunde aus der Forschung an Erwachsenen eine beschränkte Wirksamkeit nahelegen [33, 34]. Bei der pharmakologischen Behandlung von Jugendlichen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist deshalb Zurückhaltung geboten. Affektive und andere komorbide Störungen können in gewissen Fällen eine medikamentöse Behandlung rechtfertigen, die sich an den entsprechenden Leitlinien zur Behandlung von Jugendlichen orientieren sollte [10, 19].

Nach dem Vorbild der Früherkennungs- und -behandlungszentren für Psychosen wurden in den letzten Jahren in Australien und einigen Ländern Europas spezialisierte Behandlungszentren für die Früherkennung und -behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung ins Leben gerufen. Das erste dieser Zentren – Helping Young People Early (HYPE) – entstand 1998 in Melbourne, Australien, und bietet ein umfassendes Früherkennungs- und Behandlungsprogramm für junge Menschen im Alter zwischen 15-25 Jahren, die drei oder mehr DSM-5-Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung erfüllen. Ähnliche Zentren wurden seither in Holland [28, 29], Deutschland [35] und der Schweiz [36, 37] gegründet. Diese Zentren unterscheiden sich hauptsächlich darin, welche der oben genannten Psychotherapien sie anbieten. Die Zentren bieten jedoch weit mehr als spezialisierte Psychotherapie [10, 38]:

  • Gründliche diagnostische Abklärung (inklusive der Persönlichkeitspsychopathologie)
  • Niederschwelliges Angebot, d.h. liberale Einschlusskriterien ohne Ausschluss von Patientinnen und Patienten mit komorbiden Störungen oder erhöhten Risiken (z.B. chronische Suizidalität oder Substanzmissbrauch)
  • Dimensionaler Ansatz; d.h. sowohl Patientinnen und Patienten mit subsyndromalen Symptomen als auch mit dem Vollbild der Störung werden behandelt
  • Flexibles Behandlungsangebot in Bezug auf Zeit und Ort (z. B. aufsuchende Behandlung zuhause)
  • Psychotherapie in Kombination mit Case-Management und allgemeiner psychiatrischer Behandlung (z. B. Pharmakotherapie komorbider psychiatrischer Störungen)
  • Aktiver Einbezug von Angehörigen, Freunden, Lehrpersonen und anderen wichtigen Bezugspersonen (z. B. Psychoedukation, Familieninterventionen)
  • Ausschliesslich zeitbegrenzte und zielorientierte stationäre Behandlung
  • Supervision der Mitarbeitenden und Qualitätssicherungsprogramme
  • Zugang zu Programmen, die dem Erhalt oder der Wiederherstellung der schulischen, beruflichen und sozialen Funktionsfähigkeit dienen

Beispiel eines Früherkennungs- und Behandlungszentrums für die Borderline-Persönlichkeitsstörung: AtR!Sk – Ambulatorium für Risikoverhalten und Selbstschädigung

Das Ambulatorium für Risikoverhalten und Selbstschädigung (AtR!Sk) wurde 2013 an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg in Deutschland gegründet [35]. 2018 wurde ein vergleichbares Angebot an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern in der Schweiz realisiert [36]. AtR!Sk richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren mit riskanten oder selbstschädigenden Verhaltensweisen oder Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Unter riskanten oder selbstschädigenden Verhaltensweisen werden nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten, suizidales Verhalten, übermässiger Alkoholkonsum oder Drogenmissbrauch, exzessive Medien- oder Internetnutzung, sexuelles Risikoverhalten sowie delinquentes Verhalten verstanden. Ziele sind die Reduktion riskanter und selbstschädigender Verhaltensweisen sowie die Früherkennung und -behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. AtR!Sk zeichnet sich durch einen niederschwelligen Zugang sowie einen Stepped-Care-Ansatz aus. Jugendliche oder Eltern können sich im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden «offenen Sprechstunde» (Stufe 1) ohne Voranmeldung vorstellen. Im Rahmen der offenen Sprechstunde erfolgen die Abgrenzung pathologischer von normalen adoleszenten Verhaltens- und Erlebensweisen sowie die Einschätzung der Gefährdung der Jugendlichen. Bei Hinweisen auf ein psychopathologisches Geschehen erfolgt mithilfe strukturierter Interviews und Fragebögen eine umfassende und systematische Diagnostik (Stufe 2) von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen, psychischen Störungen und der kategorialen und dimensionalen Persönlichkeitspsychopathologie. Die Behandlung (Stufe 3) orientiert sich an der Schwere der Symptomatik und vor allem am Therapieverlauf. Zunächst werden zehn Sitzungen gemäss des kognitiv-verhaltenstherapeutischen Programms «Cutting Down» [39] (Stufe 3a) angeboten, welches auf die Reduktion riskanter und selbstschädigender Verhaltensweisen abzielt. Basierend auf einer Zwischenevaluation wird die Indikation für eine weiterführende, intensivere Behandlung gemäss DBT-A [40] (Stufe 3b) zur Behandlung der Persönlichkeitspsychopathologie geprüft. Jugendliche, die ins DBT-A Programm einsteigen, erhalten 25 Einzelsitzungen und 20 Gruppentherapiesitzungen. Therapiesitzungen mit den Familien und anderen Netzwerkpartnern (z. B. Lehrpersonen, Beistand/Beiständin, Betreuungspersonen von Wohngruppen) werden bei Bedarf zusätzlich angeboten. Geraten die Jugendlichen in eine suizidale Krise, werden antisuizidale Massnahmen (ambulante Krisentermine, zeitlich limitierte Aufnahme auf der Kriseninterventionsstation) eingeleitet, wobei bei stationärer Krisenintervention die ambulante Weiterbehandlung durch AtR!Sk gewährleistet bleibt. Sowohl die Kurzzeittherapie «Cutting Down» [39], als auch die DBT-A [22] haben sich als wirksam im Sinne der Reduktion von nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten bzw. der Borderline-Symptome erwiesen.

Kritische Reflexion der Früherkennung und -behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Spezialisierte Früherkennung und -behandlung kann zu klinisch bedeutsamen Veränderungen bei Jugendlichen mit subsyndromaler oder syndromaler Borderline-Persönlichkeitsstörung führen [13]. Zwei unkontrollierte klinische Studien wiesen eine Reduktion der Borderline-Symptome sowie nicht-suizidaler, selbstverletzender und suizidaler Verhaltensweisen durch DBT-A nach [22, 41]. Die Ergebnisse mehrerer randomisiert-kontrollierter Studien sprechen für eine Überlegenheit spezialisierter Frühintervention (DBT-A, HYPE oder MBT) gegenüber der Standardbehandlung hinsichtlich der Reduktion von nicht-suizidalen selbstverletzenden und suizidalen Verhaltensweisen sowie Depressivität bei Therapieende, wobei die Wirksamkeit hinsichtlich der Reduktion der Borderline-Symptomatik nicht durchgängig bestätigt werden konnte [23, 26, 27]. Die ERT schnitt hinsichtlich der Reduktion der Borderline-Symptomatik oder der generellen Psychopathologie sowie der Verbesserung der Lebensqualität nicht besser ab als eine Standardbehandlung [29]. Nulleffekte wurden auch für eine MBT-basierte Gruppentherapie im Vergleich zur Standardbehandlung berichtet [21]. Die beschriebenen, positiven Effekte scheinen mit Ausnahme der Reduktion des nicht-suizidalen selbstverletzenden Verhaltens wenig stabil über die Zeit hinweg [42], wobei es Hinweise gibt, dass spezialisierte Psychotherapie zu schnellerer Symptomremission führt als Standardbehandlung [2325]. Trotz empirischer Hinweise, dass Borderline-Symptome im Jugendalter langanhaltende psychosozialen Beeinträchtigungen zur Folge haben können [17], wurde dieser Parameter in randomisiert-kontrollierten Studien bisher kaum als Outcome-Mass mitberücksichtigt. Diejenigen Studien, die dies taten, fanden keine Überlegenheit spezialisierter Psychotherapie gegenüber der Standardbehandlung [2325]. Mit Ausnahme einer Studie, die die Wirksamkeit der Adolescent Identity Treatment (AIT) im Vergleich zur DBT-A untersucht [43], sind Wirksamkeitsvergleichsstudien sowie Studien zur differentiellen Indikation bei Jugendlichen mit Borderline-Symptomen weitgehend ausstehend. Zusammenfassend können die Resultate der ersten randomisiert-kontrollierten Studien zur Psychotherapie der subsyndromalen und syndromalen Borderline-Persönlichkeitsstörung im Jugendalter vorsichtig als Beleg für die Wirksamkeit spezialisierter Frühintervention im Sinne der kurzfristigen Reduktion Borderline-assoziierter Probleme wie selbstschädigende Verhaltensweisen interpretiert werden. Weitere Bemühungen sind notwendig, um die langfristige Stabilität der Effekte sowie die Wirksamkeit in Bezug auf die psychosoziale Funktionsfähigkeit zu verbessern.

Trotz Anerkennung des hohen Stellenwerts der Früherkennung und -behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung für die Volksgesundheit [44], ist diese in der Praxis (noch) nicht «state of the art» [45]. Die Früherkennung ist erschwert durch fehlendes Wissen hinsichtlich der Phänomenologie und Erfassung des Störungsbildes im Jugendalter sowie durch unbegründete Skepsis gegenüber der Diagnosestellung bei Jugendlichen auf Seiten der Behandelnden. Ein weiteres Hindernis stellen Vorurteile und falsche Annahmen in Bezug auf die Borderline-Persönlichkeitsstörung auf Seiten der Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen dar [4648]. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine sowohl in der Allgemeinbevölkerung, als auch unter Fachpersonen stark stigmatisierte psychische Störung [6]. Schliesslich fehlt es an spezifischen Angeboten zur Frühbehandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung [44]. Gründe dafür umfassen den hohen Komplexitätsgrad und die mit der Störung assoziierten Risiken, die für niedergelassene, ambulante Behandelnde oftmals schwer tragbar sind, sowie die mangelhafte Finanzierung entsprechender ambulanter Angebote an Kliniken, die die assoziierten Risiken und Komplexitäten durch Verantwortungsteilung, Supervision und Notfalldienste besser tragen können [45]. Obwohl ambulante Psychotherapie die Methode erster Wahl ist, erhalten Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oftmals vielfache und langwierige stationäre Behandlungen [49]. Dies kann im Sinne des «Drehtür-Effekts» zu Vorantwortungsabgabe, Übernahme einer Patientenidentität und in der Folge Zunahme der Symptomatik und der Funktionsbeeinträchtigungen führen. Ein zusätzliches Problem stellt die fehlende therapeutische Kontinuität dar, die einerseits durch Krisen der Patienten mit der Notwendigkeit eines Settingwechsels, andererseits durch die Gegebenheiten des psychiatrischen Versorgungssystems (Wechsel von der Kinder- und Jugendpsychiatrie in die Erwachsenenpsychiatrie mit Erreichen der Volljährigkeit) verursacht wird. Es braucht einerseits Aufklärung und Vermittlung von Wissen sowie eine Entstigmatisierung des Störungsbildes in der Allgemeinbevölkerung und der Fachwelt, andererseits die Entwicklung von leicht zugänglichen, dem Entwicklungsstand der Jugendlichen angepassten und ausreichend finanzierten, spezialisierten Früherkennungs- und -behandlungsangeboten, die der Transitionsphase von der Adoleszenz ins Erwachsenenalter durch enge Zusammenarbeit der Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie Rechnung tragen, um die Behandlungs- und Lebenssituation von jungen Menschen mit einer Borderline-Symptomatik anhaltend zu verbessern.

Disclosure statement

No financial support and no other potential conflict of interest relevant to this article was reported.

Correspondence

Prof. Michael Kaess, Bolligenstrasse 111, Stöckli, CH-3000 Bern 60, Michael.Kaess[at]upd.ch

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