Editorial

Diagnostik, Therapie und Reflexion aus Neurologie und Psychiatrie

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2020.03134
Publication Date: 27.07.2020
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2020;171:w03134

Studer Karl

Das vorliegende Heft bietet einen bunten Strauss von Artikeln zu Diagnose und therapeutischen Ansätzen von neurologischen und psychiatrischen Krankheiten.

Menno M. Schoonheim demonstriert die progrediente Symptomatologie der Multiplen Sklerose als Zusammenbruch cerebraler Netzwerke. Und Thomas Baumann erklärt die Primär Progrediente Aphasie als neurodegenerative Erkrankung des Sprachnetzwerkes mit drei Subtypen im Rahmen meist des Morbus Alzheimer.

Wer Lust hat auf Gedankenakrobatik zur Entwicklung eines neuen, möglicherweise wirksamen Medikaments zur Behandlung einer Viruspandemie im Jahre 2025, der lese den unterhaltsamen Beitrag von Daniele Zullino und Kollegen: «Le professeur a dit…».

Wir lernen meist über psychische Krankheiten anhand von Psychopathologie und Psychodynamik sowie Sozialdynamik, aber auch durch spannende Selbsterfahrungsberichte Betroffener, wie in «Von einem, der die Spielregeln der Welt nur langsam lernte» (Christian Feldmann) oder auch durch Belletristik und Filme wie «Solaris» (Daniele Zullino und Julius Popp), die oft bedeutend differenziertere Bilder und Dynamiken darstellen, als wir es von der International Classification of Diseases gewohnt sind.

Grundsätzliche und philosophische Gedanken zur Wiederherstellung (Rétablissement) nach psychischen Erkrankungen macht sich Jean-Philippe Pierron aus Dijon. Wie wichtig dafür die Früherfassung und Frühbehandlung im Jugendalter sind, zeigen Marialuisa Cavelti und Michael Kaess anhand der Borderline-Persönlichkeitsstörung auf. Dies trifft auch für die Frühbehandlung von Autismus-Patienten zu, für welche die Applied behavior analysis eine therapeutische Grundlage bietet (Eric Fombonne).

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