Book review

Volker Tschuschke; Psychoonkologie praktizieren − Welche Hilfe wann und bei wem?

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2021.03196
Publication Date: 17.06.2021
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2021;172:w03196

Maatouk Imad

Stuttgart: Schattauer; 2020.

496 S.

Preis: 68.00 Euro.

ISBN: 978-3-608-43209-1.

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Abbildung 1
Buchcover

Das Auftreten einer onkologischen Erkrankung stellt für Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen einen massiven Einschnitt in das bisherige Leben dar. Vom Zeitpunkt der Diagnosestellung, über die Zeit der Therapie und über die länger werdende Phase danach, können immer wieder Krisen oder Phasen stärkerer seelischer Belastung auftreten. Die Psychoonkologie als klinisch-wissenschaftliches Arbeitsgebiet innerhalb der Onkologie befindet sich in stetiger Entwicklung. Der renommierte, klinisch und wissenschaftlich exzellent ausgewiesene Medizinpsychologe Volker Tschuschke bringt zum richtigen Zeitpunkt ein Buch auf den Markt, das es in dieser Art und Qualität bisher noch nicht gegeben hat.

Anfänger/in in dem Fachbereich der Onkologie, sei er/sie Pflegende/r, Mediziner/in, Sozialarbeiter/in oder Psychologe/Psychologin erfährt in den einführenden Kapiteln alle wichtigen Grundlagen zu den Rahmenbedingungen der Onkologie und des onkologischen Handelns. Für erfahrene Kliniker und Forscher ist äusserst bereichernd, wie die neuesten Fakten sehr übersichtlich und gut rezipierbar dargestellt sind. Am Schluss eines jeden Kapitels findet sich jeweils eine übersichtliche Zusammenfassung.

Besonders hilfreich für den Einsteiger, aber auch für den bisher noch nicht umfassend informierten, erfahrenen Psychoonkologen ist das Kapitel über die Versorgungsstrukturen im deutschsprachigen Raum. Die einführenden Kapitel zu psychoonkologischen Aspekten geben einen sehr guten Überblick über Dimensionen psychoonkologischen Handelns. In dem Kapitel zu Erkrankungsursachen werden auch kritisch diskutierte Themen, wie die Rolle von Stress bei der Krebsentstehung, aufgegriffen sowie neueste Ergebnisse aus der empirischen Forschung kritisch diskutiert und detailliert dargestellt. Daran anschliessend werden die häufigsten Krebserkrankungen in einzelnen Kapiteln umfassend beschrieben und äusserst differenzierte Hinweise zum spezifischen psychoonkologischen Vorgehen gegeben. Die Kapitel schließen mit umfassenden Literaturverzeichnissen, eine Bereicherung für den wissenschaftlich interessierten Leser.

Es ist einfach auch eine intellektuelle Freude, dieses sehr alltagstaugliche, hilfreiche Buch immer wieder in die Hand zu nehmen.

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