Editorial

In dieser Nummer des SANP

Weites und vielfältiges ­Themenspektrum

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2018.00578
Publication Date: 28.03.2018
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2018;169(03):67

Silke Bachmann

Wie geht es einer Redaktorin der «Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy» (SANP), die zum ersten Mal ein Editorial für diese Zeitschrift verfasst? Die Aufgabe ist sowohl anregend und spannend als auch schwierig.

Schwierig, weil es sich – wie bei SANP üblich – nicht um ein Themenheft handelt. Die jeweiligen Inhalte sind daher auf den ersten – und vielleicht auch auf den zweiten – Blick nicht durch einen roten Faden verbunden. Vielmehr ist die Struktur der SANP-Ausgaben durch Rubriken wie Review articles, Original articles, Case reports, Issues (z.B. Interviews), Film analyses, Book reviews etc. festgelegt.

Spannend ist andererseits die Tatsache, dass die Verfasserin zwar weiss, dass die Aufgabe des Editorialschreibens zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt ­ansteht, die Texte jedoch noch nicht bekannt sind. Sie werden kurzfristig von der Managing editorin als pdf-Dateien mit der Bitte geschickt, die gestellte Aufgabe übers Wochenende zu lösen. Glücklicherweise sind die Beiträge sehr anregend, erstrecken sich über einen Zeitraum von fast 100 Jahren, nämlich von den Auswirkungen der «Aktion T4» in der ungeliebten deutschen Vergangenheit (auf Opfer, die in der Schweiz ­geboren waren) bis in die ­Gegenwart zu einem aktuellen isländischen Film, in dem Hitler unter ganz anderen Umständen wieder auftaucht. Auch das gesamte Altersspektrum unseres Faches wird abgedeckt durch ein Interview zur Zukunft der Kinder- und Jugend­psychiatrie und -psychotherapie und einen Review­artikel zur Differentialdiagnose von Demenz und Altersdepression. Ausserdem wird die Frage gestellt nach der Notwendigkeit, die Geschlechter im Hinblick auf psychiatrische Diagnostik und psychotherapeutische Behandlung zu differenzieren. Abgerundet wird die Palette durch einen Case report mit Quiz zu ­einem psychosomatischen Thema.

Lauter wirklich gute, lesenswerte Beiträge!

Wie nun den Leserinnen und Lesern vermitteln, dass sie weiterblättern sollen?

Ein Editorial befasst sich mit den genannten Inhalten, ist aber an keine feste Form gebunden. Das gibt der Verfasserin viele Freiheiten. Sollten Unsicherheiten auftauchen, können frühere Editorials Orientierung bieten. Die Kolleginnen und Kollegen gehen sehr ­unterschiedlich vor: Der Eine gibt kurze Hinweise zu den Artikeln im betreffenden Heft, der Nächste weist auf einen Beitrag hin, der ihm besonders lesenswert erscheint, der Dritte kommentiert die Artikel, der Vierte findet ein Ober­thema, unter dem eine Zusammenschau der Beiträge gelingt, und der Fünfte begibt sich sogar auf eine Metaebene, von der er die betreffenden Artikel mit «philosophischer» Distanz betrachtet und einordnet.

Welches Vorgehen ist nun für die aktuelle Ausgabe ­geeignet? Welches liegt mir?

Zuletzt wäre auch die Frage der Sprachwahl zu nennen. Im multilingualen SANP sind Deutsch, Französisch und Englisch zugelassen.

Das Verfassen eines Editorials: eine leichte oder eine schwierige Aufgabe?

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