Book review

Das schöpferische Gehirn

DOI: https://doi.org/10.4414/sanp.2018.00583
Publication Date: 31.10.2018
Swiss Arch Neurol Psychiatr Psychother. 2018;169(07):223

Martin Keller, Valens

Konrad Lehmann

Das schöpferische Gehirn

Auf der Suche nach der Kreativität –

eine Fahndung in sieben Tagen.

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Berlin, Heidelberg: Springer; 2018.

1. Auflage.

Gebunden, 253 Seiten, 23 Abb.

Preis: CHF 20,50.

ISBN: 978-3-662-54662-8.

Die geistige Fähigkeit, schöpferisch und ­kreativ zu sein, hat dem Menschen ermöglicht, Reize aus der Umwelt zu nutzen, sich ­an­zupassen und weiterzuentwickeln. Das menschliche Gehirn ist dazu in der Lage, ­Vor­stellungen zu verfeinern, was unter anderem zur Entwicklung von Alltagsgeräten und zur Schaffung von Kunstprodukten geführt hat. Im Buch «Das schöpferische Gehirn» lädt Konrad Lehmann die Leser auf Spurensuche zum Thema Kreativität ein, einerseits über neuronale Grund­lagen des Gehirns, andererseits über Aspekte der Kulturgeschichte.

Eingebettet in eine witzige Kriminalgeschichte wird die kreative Leistung nicht nur als eine Fähigkeit des Menschen betrachtet, sondern es wird dargelegt, dass auch Tiere aus Einsichten Lösungen finden können. ­Kreative Lösungen lassen sich nicht suchen, vielmehr ergeben sie sich über längere Wege hinweg, sozusagen als Erleuchtung. Lehmann führt die ­Leser zu Erkenntnissen der Hirn­forschung und resümiert, dass kreative Menschen intelligent, flexibel und offen für Neues sind.

Im Buch werden biochemische Zusammenhänge erläutert, unsere Wahrnehmungsfähig­keiten beschrieben sowie die Einflüsse und Auswirkungen von spezifischen Neurotransmittern beim Prozess der schöpferischen ­Arbeit dargelegt. Die spezifischen ­Fähigkeiten der linken und rechten Gehirnhälften werden erklärt, und die Auswir­kungen körperlicher Tätigkeiten auf geistiges Schaffen beschrieben. Der Leser erfährt über divergierendes Denken und Drogen im kreativen Prozess. Kreativsein heisst, routinierte Abläufe in Frage zu stellen, Tätigkeiten zu hinterfragen und Ideen zu kombinieren. Es bedeutet ein Ausbrechen aus festgefahrener Verstandestätigkeit, um die Spirale des Denkens zu ver­lassen. Man muss den Autopiloten des Alltags abschalten, um einen neuen Weg gehen zu können.

Dieses Buch ist keine Anleitung, wie man ­Kreativität direkt steigern kann. Vielmehr hält es fest, dass Freude an der Arbeit notwendig ist, um Neues hervorbringen zu können. Kreativität ist eine Grundeigenschaft des ­Gehirns. Man muss sich vertiefen und gleichzeitig kritisch mit den eigenen Leistungen umgehen.

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