access_time published 10.11.2019

Supervision und Identität

Prof. Dr. med. Kurt Schürmann
Prof. Dr. med. Wilhelm Felder

Supervision

Supervision und Identität

10.11.2019

Zusammenfassung

Ziel dieses Kapitels ist es, einige Theorien der Identitätsbildung in der postmodernen Gesellschaft mit besonderer Berücksichtigung der reellen und virtuellen Identitätsbildung aus der Perspektive einer kinder- und jugendpsychiatrischen Supervision darzustellen. Ferner wird auf die Möglichkeiten der persönlichen und professionellen Identitätsbildung im Rahmen einer klinischen und psychotherapeutischen Ausbildung hingewiesen und die Identitätsbildung im Rahmen des Supervisionsprozesses analysiert. Die wichtigsten Aspekte der Identitätsbildung werden unter den Themen «Einige Theorien der postmodernen Identitätsbildung», «Psychosexuelle Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter»», «Identitätsbildung in der klinischen Ausbildung», «Identitätsbildung in der psychotherapeutischen Ausbildung» und «Identitätsbildung im Rahmen des Supervisionsprozesses» besprochen.

Einige Theorien der postmodernen Identitätsbildung

Anregungen zum Thema «Identitätsbildung» sind in Goethes Faust 1 (alle Zitate von Mephisto!) zu finden:
Vers 2038: «Grau, mein Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.»
Vers 1830: «Ich sag’es dir: ein Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier auf dürrer Heide, von einem bösen Geist im Kreis herum geführt und ringsherum liegt schöne, grüne Weide.»
Vers 2061: «Mein guter Freund, das wird sich alles geben: Sobald du dir vertraust, sobald weisst du zu leben.»


Definition Identität: Unter einer «Identität» versteht man nach Margraf und Müller Spahn (2009) eine einzigartige Persönlichkeitsstruktur, die durch Selbstverständnis und Selbsterkenntnis der eigenen Person sowie deren Wahrnehmung durch andere beziehungsweise deren subjektive Konstruktion entsteht. Herbert Mead (1973) vertrat die Ansicht, dass Identität im Wesentlichen Bindung an Sinnkonzepte, kulturelle Werte und Orientierung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft innerhalb der Gesellschaft bedeute und sich über die gesellschaftlichen Interaktions-Situationen mithilfe der Sprache entwickelt («selfconcept»). Der deutsche Philosoph Edmund Husserl sprach 1913 vom «Invarianten im individuell Variierenden». Paul Watzlawick war 1969 der Ansicht, dass die Identitätsentwicklung im Prozess der Individuation sich als ein fortlaufendes Aushandeln der Selbstdefinition verstehen lässt. Wenn wir in die Thematik der Identitätsbildung eingehen, so haben wir selbstverständlich als Prämisse vorauszusetzen, dass es eine «Seele» gibt: «Wie wirklich ist die Wirklichkeit?» (Watzlawick 2010). Heinz Kohut unterschied 1971 einen gesunden Narzissmus als Ausdruck eines starken, lebensfähigen Selbst und einen pathologischen Narzissmus. Humberto Maturana und Francisco Varela stellten 1972 das Konzept der «Autopoiesis» mit der Bedeutung der Autonomieentwicklung für lebende Systeme zur Diskussion. Erik Erikson definierte 1973 «Ich-Identität» als einen Zuwachs an Persönlichkeitsreife, den das Individuum am Ende der Adoleszenz der Fülle seiner Kindheitserfahrungen entnommen haben muss, um für die Aufgaben des Erwachsenenlebens gerüstet zu sein. Jürgen Habermas aktualisiert mit seiner 1995 erschienenen «Theorie des kommunikativen Handelns» die Bedeutung der Sprache im gesellschaftlichen Kontext bei der Identitätsbildung. Fritz Simon definiert 1999 in «Sprache der Familientherapie» die «Identität» als das Gefühl, jemand zu sein, der trotz sich ändernder Körperbeschaffenheit, Lebensumstände und Beziehungen gleich bleibt, also Kontinuität und Kohärenz aufweist. Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk schrieb 2006: «Die enorme Bedeutung der Seele für das menschliche Selbstverständnis hat mit der Erfahrung zu tun, dass es noch Räume und Zeiten gibt, von denen die Physik nichts weiss» und kommt 2018 zum Schluss, dass das Ich des modernen Menschen stark beansprucht sei und um die Aufrechterhaltung eines minimalen Standards von Identität kämpfe: «Denn dieser Mensch ahnt: Wer sie gänzlich preisgibt, wird irgendwann verrückt».
Klaus Schmeck und Susanne Schlüter-Müller zitieren 2009 im Buch «Persönlichkeitsstörungen im Jugendalter» das Konzept von Akhtar und Samuel (1996): Das Identitätsgefühl besteht aus: (1.) einem realistischen Körperbild, (2.) subjektiver Selbstidentität, (3.) konsistenten Einstellungen und Verhaltensweisen und (4.) Zeitstabilität. Der ehemalige Ordinarius der Universitären Psychiatrischen Klinik Zürich, Daniel Hell, beschrieb 2010 die Seele als «weder ein objektivierbares Ding noch hat sie einen lokalisierbaren Ort».
Unter dem Begriff der «Postmoderne» versteht man die Bezeichnung des gegenwärtigen Zustandes der Gesellschaft (Behrens 2008), ein Begriff, welcher durch den französischen Philosophen Jean-Francois Lyotard (2009) am Ende des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Die Theorien der Postmoderne spiegeln den Zustand der modernen Welt: individualisierte Lebensläufe, Meinungspluralismus und globale Kommunikation.
Hartmut Rosa, ein deutscher Soziologe und Politikwissenschaftler, setzt sich 2005 mit der «Beschleunigungsgesellschaft» und ihren Risiken auseinander. Helm Stierlin beschäftigt sich in seinem 2010 veröffentlichen Buch «Sinnsuche im Wandel» mit der Sinnsuche in der sich schnell wandelnden Multioptions- und Beschleunigungsgesellschaft und weist auf die Zunahme der psychosomatischen und psychosozialen Störungen hin.
Bei Störungen der Identitätsbildung kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen der Persönlichkeit bis zu Persönlichkeitsstörungen kommen, wie sie z.B. Otto Kernberg (2006) beschrieben hat. Identitätskrisen sind oft Sinnkrisen des bisherigen Daseins und ermöglichen – im Sinne einer Entscheidung – ein Verbleiben bei der bisherigen Identität oder können eine Identitätsänderung auslösen. Es stellt sich hier die Frage, welche Identität wir selbst haben, um andere Identitäten beurteilen zu können. Mit welchen pädagogischen oder psychotherapeutischen Methoden wollen wir, dürfen wir, können wir versuchen, zu «helfen»?
Um auf dieses Thema eingehen zu können, setzen wir uns mit der Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter in der gegenwärtigen Gesellschaft auseinander.

Psychosexuelle Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter

Was wissen wir über die Identitätsbildung bei Kindern und Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft? Wenn man die aktuellen Lehrbücher der Kinder- und Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie durchstöbert, findet man den Begriff «Seele» im Index nicht (z.B. Remschmidt 2008, Steinhausen 2010, Herpertz et al. 2017). Es stellt sich daher die Frage, ob wir eine «seelenlose» Kinder- und Jugendpsychotherapie geworden sind. Wo ist Karl Jaspers’ «Was ist der Mensch» geblieben? Kritisch muss hier die postmoderne Entwicklung in der kinder - und jugendpsychiatrischen und -psychologischen Testung und Diagnosestellung hinterfragt werden. In der heutigen Zeit bedeutet es, eine normale kindliche Identität zu haben, wenn man in keinem Fragebogen oder Testverfahren den «cut-of point» einer Störung erreicht. Unsere «Normalität» basiert auf dem Nicht-Erreichen einer kritischen Punktzahl. Im Zeitalter der Resilienz und des ressourcenorientierten salutogenetischen Handelns entscheidet eine statistische Beurteilung über die sogenannte Normalität oder Psychopathologie eines Kindes oder einer/eines Jugendlichen. Wir können da einfach hoffen, dass die kindliche Seele genügend Resilienz hat, diese Entwicklung zu überleben (Schürmann 2000 und 2015, Welter-Enderlin 2006, Schär und Steinebach 2015).
Wie verläuft die psychosexuelle Identitätsbildung zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Welche Werte werden den Jugendlichen in unserer postmodernen Gesellschaft vermittelt? Der französische Philosoph Gilles Lipovetsky (1993, 2006) weist auf die Tendenz der «narzisstischen Selbstbewusstseinsbildung» hin.


Als Illustration dieses Phänomens kann die Aussage eines 15-jährigen Mädchens angesehen werden: «Ich lade meine e-Musik runter, speichere sie auf meinen i-Pod, ich höre meine e-Musik mit meinen Earphones auf dem Weg zur Schule, während der Schule, in der Freizeit, am Familienfest und beim Sex - immer bin ich mit meiner e-Musik.»
Das folgende Beispiel weist auf den Leistungsdruck vieler Jugendlicher hin. Ein 17-jähriger Abiturient will eine jugendpsychiatrische Notfallkonsultation und äussert sich folgendermassen: «Ich brauche sofort ein Rezept für Methylphenidat und Viagra, ich kann mir nirgends ein Versagen leisten».


Einige Stichworte weisen auf die Risiken der postmodernen Identitätsbildung im Kinder- und Jugendalter hin: «Statussymbole» wie neustes Handy-Modell, aktuellste Play-Station, Onlinepunkte im «World of Warcraft», Stimulantien als «Smart Drug» für Hirndoping, Tattoos und Automutilationsnarben, Anzahl «Filmrisse» wegen Alkoholintoxikation mit Hospitalisation als Trophäe des «In-Seins», «Cyber-Mobbing», «Happy-Slapping» und Pornoszenen im eigenen Handy, «uni- und/oder binär-polare Sexualität» (Wallien 2008, Rauchfleisch 2009, Zhao 2010, Preuss 2016), rasanter Anstieg des Suchtmittelkonsums - um nur einige Assoziationen über die psychosexuelle Identitätsfindung im postmodernen Kindes- und Jugendalter auszulösen. Diese Identitätsentwicklung findet in einer ständig sich verändernden multikulturellen sozialen Umgebung statt (Ravens-Sieberer 2008, Rebello 2008).


Warum gibt es aber auch erfreulich viele Kinder und Jugendliche, die Freude am Leben haben und vital ihr eigenes Leben zukunftsorientiert gestalten, trotz zum Teil massiver Belastungen (Kupferschmid und Koch 2014)? Die Autoren unternehmen einen Versuch, ein didaktisch ausgerichtetes Konzept eines hypothetischen, kybernetischen Modells der postmodernen psychosexuellen Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter vorzustellen. Es ist zu betonen, dass es sich nicht um lineares, sondern um ein interaktives Modell unter Berücksichtigung von vier Aspekten (Genetik, Epigenetik/Neurobiologie, individuelle und interpersonellen Aspekte) handelt. Beim letzteren wird auf die Identitätsbildung durch die Realität und die Virtualität näher eingegangen.

Ein Modell der psychosexuellen Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter


Genetischer Aspekt
Die genetische Disposition stellt die Grundvoraussetzung für die Lebensfähigkeit eines Individuums dar (Darwin 2008, Portmann 2006). Die Auswirkungen von genetischen Aberrationen werden klinisch besonders deutlich bei chromosomalen Varianten wie Trisomie 21, Klinefelter- oder Turner-Syndrom.


Epigenetischer/neurobiologischer Aspekt
Die Bedeutung der epigenetischen und neuroplastischen Möglichkeiten bei der individuellen Lebensgestaltung rückt immer mehr in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung. Unter Epigenetik versteht man die Vererbung von phänotypischen Eigenschaften, die nicht auf der DNA festgelegt sind. Es wird zurzeit diskutiert, ob z.B. eine frühkindliche Deprivation oder Traumatisierung epigenetische Folgen haben können.
Die neurobiologische Struktur ermöglicht die in einem dauernden Wandel sich befindende Identitätsstruktur. Der Psychoanalytiker François Ansermet und der Neurowissenschaftler Pierre Magistretti zeigen in ihrem 2004 erschienenen Buch «A chacun son cerveau. Plasticité neuronal et inconscient» die aktuelle Forschungslage auf dem Gebiet der Verknüpfung zwischen neurobiologischen und psychischen Prozessen auf. Marsh et al. von der Columbia University New York weisen in einem Übersichsartikel im Journal of American Child and Adolescent Psychiatry 2008 auf die normale Hirnentwicklung und ihre Bedeutung auf die Entstehung von neuropsychiatrischen Störungen hin. Die Synaptogese und Myelinisierung erfolgen ausgehend von sensomotorischen Arealen progressiv im Verlauf der Kindheit und der Adoleszenz zu dorso-parietalen, temporo-superioren und präfrontalen kortikalen Arealen. Die im Verlauf dieser Entwicklung zunehmende Aktivierung im frontalen Kortex ermöglicht die Entwicklung komplexer kortikaler Funktionen (Giedd 2009). Anhand von MRI-Scans ist die Dynamik der Reifung der grauen Substanz im Verlauf der Kindheitsentwicklung deutlich sichtbar. Bauer (2006) und Schiepek (2011) weisen auf die neurobiologischen Grundlagen der Psychotherapie hin.


Individueller Aspekt
Die individuelle oder intrapsychische Identitätsbildung ist Gegenstand von verschiedensten Theorien. Im psychoanalytisch-psychodynamischen Fokus stehen Autoren wie Freud (1920), Kelly (1963), Mitscherlich (1969), Mahler (1980) Kohut (1981), Miller (1993), Sandler (1999), Orange (2001), Fonagy (2002), Racker (2002), Stern (2005), Oberhoff (2006), Bowlby (2008), Rauchfleisch (2009), Rogers (2009), Seiffge-Krenke (2012) sowie Küchenhoff (2014).
Aus systemischer Sicht haben Selvini (1963, 2003), Richter (1972), Satir (1975), Stierlin (1978, 2005), Bronfenbrenner (1979), Haley (1980), Boszormenyi-Nagy (1981), Bateson (1985), Ciompi (1997), Minuchin (1997, 1998), Willi (2000), Welter-Enderlin (2006) und Förstl (2007) wesentliche Beiträge zum Thema Identitätsbildung beigetragen.
Konstruktive Anregungen erfolgten aus verhaltenstherapeutischer Sicht von Schmelzer (1997), Grawe (1994), Schneider (2004, 2009), Bauer (2006), Heidenreich (2013) und Schmidt (2016).


Interpersoneller Aspekt
Unter diesem Aspekt ist die soziale, interobjektale, interpersonelle Identitätsbildung zu verstehen. Aus methodischen Gründen wird die psychosexuelle interpersonelle Identitätsbildung durch die Realität und durch die Virtualität getrennt dargestellt, was durchaus zu diskutieren ist. Es handelt sich bei dieser Betrachtungsweise um ein Projekt, das als «work in progress» der beiden Autoren zu betrachten ist.
Interpersonelle Identitätsbildung durch die Realität im Kindes- und Jugendalter
Das heranwachsende Individuum orientiert sich primär an der realen Welt (Piaget 1988, Zollinger 1995, 2000, 2004, Resch 1999, 2009, Gardiner 2002, Flammer 2003, Von Suchodoletz 2005, Winnicott 2006, Weissman 2007, Winterhoff 2008, Folmar 2009, Heim 2009, Albert 2011, Majid 2017). Die Realität wird repräsentiert durch die Familie, Kindertagesstätten, Peergroups, Kindergarten, Schule, Freizeitgestaltung, Nachbarschaft, psychosoziales Umfeld, Freund- und Feindschaften, psychosexuelle Erfahrungen, Umfeld, Kultur, Tradition, Religion, ökologische Situation, Life-Events, Katastrophen, Traumata, Musik, Literatur, Kunst, Theater, Mode und Lifestyle (Schulte-Markwort 2008, 2014).


Interpersonelle Identitätsbildung durch die Virtualität im Kindes- und Jugendalter
Die Literatursuche über die virtuelle Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter bringt interessante Erkenntnisse zu Tage, ist aber insgesamt als wenig ergiebig zu bezeichnen (Resch 2009, Spitzer 2005, 2012, Schuhler 2012, Geiser 2017). Horst Jürgen Helle, Professor für Soziologie in München, entwickelte die Ideen von Mead weiter und begründete mit seinem Buch 2001 die «Theorie der symbolischen Interaktion». Heiner Keupp, Professor für Sozialpsychologie an der Universität München, kennzeichnet die Identitätskonstruktionen als Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne und braucht Begriffe wie «Virtuelle Welten als neue Realitäten» und «Multiphrene Situation als Normalerfahrung», sicher zutreffende Begriffe in einer Welt, wo «Multitasking eine Normalität» geworden ist (Keupp 2008).
Peter Berger, ein Wiener Soziologe, der in Boston lehrt, beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit (2009). Peter Kremser, ein Wiener Kindergartenpädagoge, veröffentlichte 2009 eine originelle Arbeit über das Internet-Konstrukt («im Sinne des Cyberspace») und den Zusammenhängen mit der Wirklichkeitskonstruktion.
Die Beeinflussung der Identitätsbildung im Kindes- und Jugendalter durch die virtuellen Medientechniken (Chatten, Simsen, Twittern, Facebook, WhatsApp, Leben als Avatar im «Second Life») sollte nach Meinung der Autoren Gegenstand intensiverer Forschung werden!

 

Identitätsbildung in der klinischen Ausbildung

Die Autoren arbeiten seit über 25 Jahren als Dozenten in der klinischen Ausbildung in kinder- und jugendpsychiatrischen Institutionen. Durch die kontinuierliche Interaktion mit den jüngeren Berufskolleginnen und -Kollegen erfolgte eine ebenso kontinuierliche Konfrontation mit Fragen der Berufsidentität (Felder und Schürmann 2011). Zu dieser Thematik über die Identitätsfindung in der Ausbildung findet man spannende Ergebnisse in der neueren entwicklungspsychologischen Forschung. Wichtige interaktive Lernschritte (Stern 2005, Jellinek 2007, Bodenmann 2011) können nur vollzogen werden, wenn ein Gefühl der Verbundenheit mit den Bezugspersonen besteht, die Sicherheit vermittelt. Ein frei nach Margret Mahlers (1998) «Konzept der Individuation» abgeändertes Phasenmodell erleichtert das Verständnis für die Entwicklung einer autonomen stabilen Identität im Rahmen der Ausbildung.
1.     Autistische Phase: Rückzug des Auszubildenden auf sich selbst wegen der beruflichen und persönlichen Überforderung.
2.     Symbiotische Phase: Der Auszubildende «fusioniert» mit dem Ausbildner, um keine «Fehler» zu machen.
3.     Loslösungs- und Differenzierungsphase: Durch die Erfahrung und dem vorsichtigen Anstieg des Selbstbewusstseins werden selbständige Schritte im Berufsleben möglich.
4.     Übungsphase: Der Auszubildende kennt seine Stärken und Schwächen und wagt, berufliche Erfahrungen selbständig im Rahmen der Institution zu erwerben.
5.     Wiederannäherungsphase: Ausbildner und Auszubildender haben ein neues professionelles Gleichgewicht miteinander zu finden.
6.     Konsolidierung der beruflichen Identität: Die erworbene Berufsfertigkeit im Sinne einer Autonomieentwicklung ermöglicht einen Karriereschritt in der Institution oder eine Ablösung zu einer nächsten beruflichen Entwicklung ausserhalb der Ausbildungsinstitution.


Die Ablösung vom Ausbildungsinstitut verläuft oft analog zu den Ablösungskonzepten der Familientherapeuten Stierlin(1978, 2007) und Haley (1980): Entweder bleibt der Ausgebildete «loyal» zu seinen Ausbildnern und trägt dieses Ausbildungswissen in die Welt hinaus oder er «rebelliert» und wird eine andere professionelle Identität suchen.

 

Identitätsbildung in der psychotherapeutischen Ausbildung

Die Identitätsbildung der Supervisorin erfolgt auch durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt während des Supervisionsprozesses. Die Arbeit mit den Supervisanden erfolgt im Sinne einer interaktiven Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Identitäten. Diese Arbeit kann bereichernd und belastend sein, so dass immer neue Herausforderungen - zum Teil mit Identitätskrisen - eine Weiterentwicklung der Identitätsbildung bei den Supervisanden, aber auch bei der Supervisoren ermöglichen können. Der Sinn des Supervisionsprozesses ist es, die Identität der Supervisanden so zu fördern, dass sie mit ihrer eigenen Identität mit den unterschiedlichen Identitäten der Indexpatientinnen und -patienten und deren Familien - fachlich und persönlich - besser umgehen können.
Störungen der Identitätsbildung im Rahmen einer psychotherapeutischen Ausbildung können in jeder Phase auftreten und sind abhängig von den beruflichen Belastungen und den eigenen Resilienzfaktoren (Ayala et al. 1981, Jäggi 2007, 2014, Foelsch 2014).
Offen ist auch die Situation des derzeitigen Standes der Psychotherapietheorien. Grawe stellt immer noch den Referenzpunkt über die Diskussion der Psychotherapie dar. Es stellt sich aber die Frage, ob das traditionelle, schulenorientierte Psychotherapiekonzept nicht hinterfragt werden soll. Unser gegenwärtiger Therapiestil wird gerne als eklektisch bezeichnet (Boeck 2008), aber stellt die aktuelle Psychotherapie nicht eher einen Wirkfaktor dar, der die Verschiebung von den Risiko- zu den Schutzfaktoren im Sinne der Stärkung der Resilienz fördert (Schär und Steinebach 2015)? Ein Blick auf die postmoderne Gesellschaftssituation ergibt ein Bild einer eher stagnierenden Entwicklung der Psychotherapie, die im deutlichen Kontrast zur aktuellen Situation in der Literatur, Kunst, Theater und Musik steht.
Die Modularisierung der psychotherapeutischen (und übrigens auch der pädagogischen) Ausbildungen führt zu einer Fragmentierung der emotionalen Berufsidentität im Sinne der Entwicklung einer brüchigen Objektbeziehung des verunsicherten Subjektes. Das «verzweifelte Deuten», das «muntere Familienaufstellen» sowie das «Festhalten an Modulen» bei Berufsanfängern ist ein Hinweis auf die Notwendigkeit des Holdings im Sinne von Winnicott zu Beginn der Psychotherapieausbildung. Es wäre aus der Sicht der Autoren eine Idee wert, sich vom Konzept der Psychotherapieschulen zu verabschieden und übergeordnete Theorien und Konzepte der Psychotherapie auf der Meta-Ebene der Schulen, mit einer Berücksichtigung der Identitätsbildung der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Ausbildung der Therapeutenidentitäten zu erarbeiten. Wir brauchen, um Kindern und Jugendlichen in ihrer Identitätsfindung helfen zu können, sinnvolle Ausbildungskonzepte zur Bildung einer eigenen psychotherapeutischen Identität, geprägt durch die eigene Persönlichkeit, Ausbildung und Erfahrung.
Postmoderne Psychotherapie?
1.     Verstehen, Analysieren, Diagnostizieren, Klassifizieren
2.     Hypothesen bilden, Behandlungskonzept erarbeiten
3.     Auftragsklärung, Indikationsstellung, Zielfestlegung, Realitätsprüfung
4.     Durchführung der Therapie, psychotherapeutische Techniken und Methodik, Einfluss auf Identitätsbildung, Stärkung der Resilienz
5.     Evaluation und Therapieabschluss
6.     Reflexion auf der meta-therapeutischen Ebene


Psychotherapieziel sollte in der Kinder- und Jugendpsychotherapie die Entwicklung von Eigenkompetenz und Autonomie im Sinne von Maturana und Varela (1980) und nicht das Realisieren von Fernheilungsaufträgen der Eltern oder des Schulsystems sein.
Über die Wirkungen und Nebenwirkungen einer Psychotherapieausbildung wird erstaunlich wenig gesprochen. Die finanziellen, zeitlichen, intellektuellen und emotionalen Anforderungen einer Psychotherapieausbildung stellen eine enorme mehrjährige Belastung dar. Gefühle der Inkompetenz, der Überforderung, Unerfahrenheit, Unzufriedenheit können persönliche, berufliche und familiäre Krisen auslösen. Die Nebenwirkungen der Ausbildung haben ohnehin meistens das psychosoziale Umfeld der Auszubildenden aufzufangen. Reifungskrisen sind notwendig, aber eine adäquate Sorge der Ausbildungsverantwortlichen um das zarte psychotherapeutische Identitätspflänzchen der sich im Biotop des psychotherapeutischen oder supervisorischen Ausbildungssystems befindenden nächsten Generation ist notwendig. Supervisorische oder psychotherapeutische Identifikationsbildung erfolgt durch einen bewussten Dialog und Erfahrungsaustausch mit Peers, Ausbildungsverantwortlichen, Institutionshierarchie, Inter- und Supervision sowie einer kontinuierlichen Weiterbildung. Herbert Marcuse beschrieb 1964 in seinen Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft den «eindimensionalen Menschen».
Wie «eindimensional» ist unser Psychotherapiekonzept geworden? Im Gegensatz zu dieser Hypothese steht die Aussage des Zürcher Psychiaters und Paartherapeuten Jürg Willi: Er stellte anlässlich des Symposiums zu Ehren seines 75.Geburtstages an der Universität Zürich im September 2009 fest, dass nach seiner Meinung der Beruf des Psychotherapeuten immer noch der spannendste Beruf sei, den er sich vorstellen könne.
Identifikationsprozesse gibt es mit und ohne Psychotherapie oder Supervision, nur wenn sie mit Psychotherapie oder Supervision erfolgen, sollten wir wissen, was wir tun, und dafür braucht es eine kontinuierliche Weiterbildung (Qualität 2011).
Beispiel: Ein Assistenzarzt ohne kinderpsychiatrische Vorbildung stellt einen Supervisionsfall mit der Fragestellung vor, wie üblicherweise die Zusammenarbeit unter Therapeuten sinnvoll zu gestalten sei – sicher eine sehr sinnvolle Frage. Eine Kinderärztin hatte ein achtjähriges Mädchen wegen einer primären Enuresis der kinderpsychiatrischen Ambulanz zur Therapie überwiesen. Der Assistent bekam das Mädchen als ersten Therapiefall zugeteilt. Im Rahmen der Abklärung zeigte es sich, dass das Mädchen seit einem Jahr wegen einer Hundephobie bei einer niedergelassenen Therapeutin behandelt wurde. Wegen einer Schulangst lief gleichzeitig eine zusätzliche Therapie beim schulpsychologischen Dienst. Der Kollege stellte deshalb völlig zu Recht die systemische Frage nach einer sinnvollen Kooperation der drei parallel laufenden Therapien.
Beispiel: Jochen kam mit einer Lippenkiefergaumenspalte auf die Welt. Wiederholte Operationen und eine Sprachentwicklungsverzögerung prägten die frühe Kindheit. Der Anlass zur Anmeldung an der Beratungsstelle war Jochens Aussage an seinem 6. Geburtstag, er wolle sterben, um ohne Missbildung wieder auf die Welt kommen zu können. Bei Jochen erfolgte eine Einzelpsychotherapie im Sinne der humanistischen Psychotherapie mit dem Ziel, die Akzeptanz der Behinderung für den Knaben zu erleichtern und die Möglichkeiten eines sinnvollen Lebens herauszufinden. Beratende Elterngespräche und die Koordination des Helfersystems entlasteten die Gesamtsituation im Sinne eines systemischen Coachings.
Beispiel: Ein 14-jähriger Jugendlicher wurde von der Jugendanwaltschaft zur jugendpsychiatrischen Behandlung zugewiesen. Der Junge flog wegen aggressiven Verhaltens aus der Schule. Ferner hatte er durch Sprayereien einen Sachschaden von über 50’000 Franken verursacht. Die Familie war von aussen gesehen eine «intakte Familie», von innen gesehen wurde deutlich, dass die Mutter spielsüchtig, alkoholkrank und depressiv, der Vater mit der ganzen Situation überfordert und der Junge dadurch haltlos geworden war. Die Lösung der Situation bestand in einer stationären Behandlung der Mutter, einer Reintegration des Jungen in einer Schulklasse, einer Sozialarbeit zur Abtragung der verursachten Sprayerschulden, der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft sowie in einer ambulanten jugendpsychiatrischen Begleitung. Diese Massnahmen führten zu einer Veränderung der Identität des jungen Menschen und er entwickelte sich positiv. Vom Sprayen löste er sich vollständig, aber seinen Frust wurde er auf eine andere Weise los – er rappte ... («So habe ich keine Anzeigen mehr wegen Sachbeschädigungen zu befürchten»).
Es stellt sich die Frage, ob die Kinder und Jugendlichen oder ob die Familienverhältnisse oder die Gesellschaft schwieriger geworden sind. Oder anders formuliert: Handelt es sich um gesunde Kinder und Jugendliche mit einem auffälligen Verhalten, um gestörte Jugendliche mit einem für sie normalen Verhalten, handelt es sich um gesunde Kinder und Jugendliche mit verhaltensauffälligen Eltern oder sind es gesunde Kinder und Jugendliche in einer verhaltensgestörten Gesellschaft (Foucault 2011)?

 

Identitätsbildung im Rahmen des Supervisionsprozesses


Beispiel: Die 15-jährige Noja wurde nach einem Suizidversuch ins Spital eingeliefert und dort konsiliarisch jugendpsychiatrisch gesehen. Noja war die jüngste von drei Schwestern und wuchs in einem sehr kulturell und religiös geprägten traditionellen Milieu auf. Eine Schwester war verheiratet - von der Familie arrangiert, die mittlere verlobt - auch von der Familie arrangiert. Nojas Suizidversuch erfolgte vor den anstehenden Sommerferien. Noja war nicht sicher, ob auch sie verlobt würde. Nach dem Suizidversuch wurde Noja, die zuhause massiv körperlich misshandelt wurde, durch eine Kindsschutzintervention fremdplatziert und zur ambulanten Psychotherapie in eine jugendpsychiatrische Institution überwiesen. Eine junge, berufsunerfahrene Kollegin wurde von der Institutionsleitung beauftragt, die Psychotherapie durchzuführen. In der Supervision waren bei Nojas Geschichte Gegenübertragungsschwierigkeiten aus therapeutischer Sicht das Hauptthema. Die Berufskollegin stellte den Fall in einer Supervision mit der Fragestellung vor, wie man sich als Therapeutin in einer Psychotherapie abgrenzen könne und ob man dies auch tun dürfe. Sie, die Therapeutin, habe den Eindruck, Noja interessiere sich so sehr für sie als Therapeutin. Die Kollegin in Ausbildung war verunsichert, weil die Klientin sich für das Privatleben der Therapeutin interessierte; sie fragte in der Supervision, ob es sein könne, dass Noja sich in die Therapeutin verliebt habe oder ob sie, die Therapeutin, etwas «falsch» mache. Noja wolle wissen, wo die Therapeutin aufgewachsen sei, ob sie Geschwister habe, welche Schulen sie besucht habe, wo sie wohne, wohin und mit wem sie in die Ferien gehe, ob sie einen Freund habe, wann und warum sie manchmal ein Make-up trage … In der Supervision entstand aufgrund einer sorgfältigen Analyse der Metaebene, erleichtert durch die genaue Beschreibung der Gesprächsabläufe und der Interaktionen zwischen Klientin und Therapeutin, der Eindruck, dass es sich um ein echtes Interesse von Noja an der Therapeutin handelte. Noja interessierte sich für die Therapeutin, weil sie in der Therapie die Möglichkeit bekam, einen Dialog mit einer weiblichen Identifikationsfigur aus einem anderen Kulturkreis zu führen, nämlich mit einer selbständigen, emanzipierten, unabhängigen, akademisch gebildeten Frau. Diese Interpretation erstaunte die Kollegin, die antwortete: «ich bin ja nur eine Azubi». Nach einer Grundsatzdiskussion über die Bedeutung des Identifikationsprozesses im Verlauf einer Psychotherapie entstand der Eindruck, die Kollegin sei zum Nachdenken gebracht worden. Am Ende der Supervision verabschiedete sie sich mit dem Kommentar: «Ich gehe jetzt als selbstbewusste, emanzipierte, akademisch gebildete Frau!» und subjektiv entstand der Eindruck, dass die Therapeutin etwa 1 cm grösser geworden sei ...

Literatur

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Prof. Dr. med. Kurt Schürmann

Prof. Dr. med. Kurt Schürmann ist Facharzt FMH für Kinder- und Jugend- Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt FMH für Kinder-und Jugendmedizin sowie Titularprofessor an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg.

Prof. Dr. med. Wilhelm Felder

Prof. Dr. med. Wilhelm Felder, Facharzt für Kinder- und Jugend-Psychiatrie und Psychotherapie, ist seit 2012 Vorsitzender der Kursleitung des Instituts für Psychotherapie für Kinder- und Jugendliche (IPKJ) der Universitätskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie Bern, Basel, Zürich. 2007-2012 war er ärztlicher Direktor Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD), 2006-2011 Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (SGKJPP) und 1991-2012 Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik und Poliklinik der Universität Bern.

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